Kunden werden "bei der Stange gehalten"
Debitel-Strategie zeigt erste Erfolge

Der Mobilfunk-Dienstleister Debitel hat Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal 2002 deutlich gesteigert und erntet damit nach eigener Aussage erste Früchte seiner Kundenbindungs-Strategie.

Reuters STUTTGART. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) habe sich in den ersten drei Monaten auf elf Mill. ? verbessert nach neun Mill. ? im Vorjahreszeitraum, teilte die Tochter des schweizerischen Telekom-Konzerns Swisscom am Mittwoch in Stuttgart mit. Der Umsatz sei um 16 % auf 720 Mill. ? gestiegen. Erstmals seien die vertraglich gebundenen Kunden unter den Neukunden in der Überzahl gewesen, sagte Vorstandschef Peter Wagner der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit habe sich die "Veredelungsstrategie" ausgezahlt, die Debitel Ende 2002 eingeschlagen habe, sagte Wagner. In diesem Rahmen versucht der größte deutsche Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz, ausgewählte Vertragskunden mit kostenlosen neuen Handys und anderen Kundenbindungsmaßnahmen bei der Stange zu halten. Die Kunden erachteten die im voraus bezahlten Prepaid-Karten zunehmend als unattraktiv, weil dabei die Mobiltelefone teuer bezahlt werden müssten, erklärte Wagner die Entwicklung. Debitel hat mit rund 30 % bisher die geringste Vertragskunden-Quote.

Im ersten Quartal 2003 seien 53 % der Neukunden mit einem festen Vertrag ausgestattet gewesen. Der März habe mit 98 000 neuen Vertragskunden zu den besten Monaten von Debitel überhaupt gehört. "Unser Geschäftsmodell ist aber so ausgelegt, dass wir auch mit Prepaid-Kunden Geld verdienen", sagte Wagner.

Am beginnenden Wettbewerb im Ortsnetz will sich Debitel nur als Wiederverkäufer seines Festnetz-Providers Arcor beteiligen. "Der Markt wird sich noch zurechtschütteln", zeigte sich Wagner abwartend. Die schweizerische Swisscom hielt den Gewinn in den ersten drei Monaten bei 409 (Vorjahr: 420) Mill. Schweizer Franken fast konstant. Der Umsatz verharrte bei 3,5 Mrd. Franken.

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