Kundschaft von der Konjunkturflaute wenig beeindruckt
Edelschuhe in feinster Handarbeit

Mit einer ausgefallenen Marketing-Aktion wollen die Brüder Reynier und Floris van Bommel ihrer neuen Edelmarke "Nobel Blue" in Deutschland das passende Entrée verschaffen. Ein wenig riskant sei das Projekt schon, gibt Reynier van Bommel, Geschäftsführer des 1734 gegründeten niederländischen Schuhherstellers zu.

HB DÜSSELDORF. Die Idee: Eigens für den Schritt ins erste Exportland Deutschland ab September 2004 haben sich die Brüder, von denen Reynier als Geschäftsführer und Floris als Design Manager fungiert, 15 angesehene Schuhgeschäfte - je drei in Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt und München - ausgesucht. Für sie werden 15 Bücher hergestellt, die zum einen die Historie des Familienunternehmens enthalten und zum andern ein Foto des jeweiligen Geschäfts. Als zusätzlichen Anreiz erhalten die Geschäfte die Kollektion in Kommission: Sie müssen die Modelle erst bezahlen, wenn sie sie verkauft haben. Die Regelung gilt für ein halbes Jahr.

"Die handgemachten Schuhe des gehobenen Segments haben durchaus ihren Markt", unterstreicht Philipp F. Urban, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie (HDS) in Offenbach. Er sei sehr stabil geblieben, da die Kundschaft - auch wenn es ein sehr engen Kreis sei - unter der Flaute nicht so stark gelitten habe, wie andere Käuferschichten. Vor diesem Hintergrund sieht Urban durchaus Chancen für die Edelmarke der Niederländer: "Der deutsche Schuhmarkt ist sehr interessant. Wer hier herkommt, der kann in diesem Segment noch gute Geschäfte machen", meint Urban, auch wenn er einräumt, dass es viele hochwertige Konkurrenten gibt in diesem mittelständisch geprägten Metier, dessen genaues Marktvolumen sich nur schwer beziffern lässt. "Man muss seinen Markt finden".

"Vom Trend her ist das Geschäft stabil", bestätigt auch Ludwig Görtz, Inhaber und geschäftsführender Gesellschafter des 129 Jahre alten Hamburger Familienunternehmens Ludwig Görtz GmbH, das an ausgesuchten Standorten wie Hamburg oder Frankfurt Exklusiv-Abteilungen betreibt und im gehobenen Segment die Eigenmarke "Ludwig Görtz" anbietet. Doch der Markt unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt vom üblichen Schuhhandel. "Die Kundschaft ist sehr mobil. Das heißt, sie kauft heute in New York, morgen in Paris, Mailand oder Rom, wo sie das gleiche Produkt findet", berichtet Görtz. "Im gehobenen Segment konkurriert man nicht mit dem Fachhändler von nebenan, sondern mit den Kollegen im Ausland."

Neben dem Stammkunden für Edelmarken, die sich durch große Markentreue auszeichnen, wie Unternehmensberater Peter Thelen in Dormagen betont, wachsen in diesem Metier aber neue Kunden nach. Die seien nicht auf feste Marken fixiert: "Das sind Marken-Hopper", weiß er. Und hier gibt es auch für Neueinsteiger noch Potenzial.

Um die Chancen in Deutschland auszuloten, hat Reynier van Bommels schon mal bei sieben Geschäftsinhabern ein Model der Edelmarke vorgeführt: "Sie haben gesagt, dass sie Interesse haben."

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