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Kuoni-Konzernleitung stellt sich gegen VR-Präsident Affolter

Im Machtkampf um die Führung der Kuoni Reisen Holding AG, Zürich, hat die Konzernleitung ihre bisher neutrale Position aufgegeben und unterstützt nun die Forderung der Mehrheit der Schweizer Verwaltungsräte nach sofortigem Rücktritt von VR-Präsident Daniel Affolter und dem Stiftungsrat der Kuoni-Hugentobler-Stiftung. Affolter habe ihn, wie sich herausgestellt habe, in einer Sitzung unter anderem zu den umstrittenen Zahlungen an den Stiftungsrat ganz klar belogen, sagte Konzernvorstandsvorsitzender Hans Lerch am Freitag. Das habe den Ausschlag gegeben.

vwd ZÜRICH. Der Verwaltungsrat hatte am Donnerstag eine formelle Aufsichtsbeschwerde bei der Bezirksanwaltschaft und eine Anzeige gegen Daniel Affolter wegen untreuer Geschäftsführung angekündigt. Beide seien mittlerweile eingereicht. Affolter wird vorgeworfen, sich und und Stiftungsratsmitglieder mit zwölf Mio CHF bereichert zu haben. Ferner gebe es bei Affolter "eine unheilvolle Machtballung" über den Stiftungsrat, dessen Präsident er ebenfalls ist. Da im Stiftungsrat für Beschlüsse eine Zweidrittelsmehrheit nötig sei, habe Affolter und seine Ehefrau Heidi de facto ein Vetorecht in dem fünfköpfigen Gremium.

Mit 25 Prozent der Stimmen ist die Kuoni-Hugentobler-Stiftung wiederum Hauptaktionärin von Kuoni. Weil bei der Hauptversammlung jeweils nur etwa 35 Prozent der Stimmen vertreten seien, gäben faktisch die Stimmen der Stiftung den Ausschlag. Daniel Affolter dagegen behauptet, seine Entmachtung diene nur dem Ziel, eine möglicherweise feindliche Übernahme der Kuoni Holding durch einen Wettbewerber vorzubereiten und nannte in diesem Zusammenhang die TUI-Gruppe und ihre Muttergesellschaft Preussag AG, Hannover. Die Übernahmespekulation weist die Mehrheit des Verwaltungsrates aber zurück. Vizepräsident Heinz Müller betonte am Freitag erneut, es gebe keine Kaufinteressenten für Kuoni.

Derzeit kooperieren Preussag und Kuoni. Letztere hält 49 Prozent an dem Schweizer Joint Venture TUI Suisse Ltd, während Preussag über ihre Tochter TUI die verbleibenden 51 Prozent kontrolliert. Branchenbeobachter sehen angesichts der Preussag-Expansionsstrategie durchaus Sinn in einer möglichen Übernahme von Kuoni durch TUI. Doch TUI-Suisse-Sprecher Roland Schmid winkt ab: "Wir sind faire Partner und haben nicht vor, Kuoni zu destabilisieren", sagt er.

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