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Kuranyi jagt sein erstes Brasilien-Trikot

Er ist in Brasilien geboren, hat 13 Jahre in einer kleinen Stadt am Zuckerhut gelebt - doch erst jetzt geht Kevin Kuranyi auf die Jagd nach seinem ersten brasilianischen Fußball-Trikot. „Ich habe noch kein einziges“, verriet der deutsche Nationalspieler.

dpa BERLIN. Er ist in Brasilien geboren, hat 13 Jahre in einer kleinen Stadt am Zuckerhut gelebt - doch erst jetzt geht Kevin Kuranyi auf die Jagd nach seinem ersten brasilianischen Fußball-Trikot. "Ich habe noch kein einziges", verriet der deutsche Nationalspieler.

Doch bevor er seinen Vorbildern Ronaldo oder Ronaldinho ein gelb-grünes Shirt abknöpfen will, möchte der Stuttgarter Kuranyi im Berliner Olympiastadion gute deutsche Wertarbeit abliefern. "In letzter Zeist ist es ja gut für mich gelaufen, ein Tor gegen Brasilien wäre toll."

Vor allem die jüngste Vorstellung in der Nationalmannschaft mit dem ersten Dreier-Pack seiner Auswahl-Karriere beim 3:1 in Österreich nährt die Hoffnung auf einen großen Abend gegen Brasilien. Bundestrainer Jürgen Klinsmann setzt große Stücke auf das Duo Michael Ballack und Kuranyi: "Beide haben so einen Riecher für das Spiel, beide sind Instinkt-Fußballer." Pass Ballack - Tor Kuranyi, darüber würde auch die Familie des VfB-Stürmers jubeln, obwohl ein großer Teil mit Brasilien noch immer eng verbunden ist. "Die ganze Familie steht hinter mit", sagte der 22-Jährige, der vor sechseinhalb Jahren aus Panama in seine neue Heimat gekommen war.

Fast die ganze Familie würde jubeln. Denn Kuranyi verriet auch, dass sein Bruder Kenny "ein völlig verrückter Brasilien-Fan" ist. Der würde auf den Platz rennen, wenn er mich gegen Brasilien spielen sieht, und mich runter zerren", sagte Kevin. Die Verwirrung in der Familie Kuranyi beim Thema Fußball ist vor allem so groß, seit sich der talentierteste Kicker für das Trikot mit dem Bundesadler entschieden hat. Früher hatte Kevin gegen seinen Bruder immer "Deutschland gegen Brasilien" gespielt. Meist war er dann Bodo, genannt nach Torwart Illgner. "Wenn ich Brasilien sein durfte, war ich immer Romario."

Spätestens seit seinem ersten Länderspiel im März vergangenen Jahres ist Kevin Kuranyi auf dem Fußballplatz nur noch Kevin Kuranyi. "Es war immer ein großer Traum, gegen Brasilien zu spielen", verriet der Mann mit dem sorgsam gepflegten Kinnbärtchen. Nun hat er schon einen neuen Wunsch: "Hoffentlich kennen mich die Brasilianer nach dem Spiel." Mit einem enttäuschten Bruder könnte er dann wohl leben.

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