Kuranyis Fehlen ist seine neue Chance in der Nationalmannschaft
Der Sensible wird stark

Miroslav Klose hat seine Selbstzweifel überwunden - nun schießt der Nationalstürmer auch wieder Tore.

MÜNCHEN. Miroslav Klose ignorierte den Kapitän aus tiefstem Herzen. Der Bremer Stürmer hatte sich in den Strafraum gedribbelt, zwei Gegenspieler umgaben ihn, zehn Meter weiter stand Michael Ballack, der den Ball forderte. Er hätte freie Schussbahn gehabt. Doch Klose, sonst vorbildlich mannschaftsdienlich, dachte gar nicht daran, abzuspielen. Stattdessen schoss er selbst aufs Tor. Timo Hildebrand parierte, Michael Ballack schüttelte mürrisch den Kopf.

Vielleicht war jenes übereifrige Solo beim Training der deutschen Nationalelf in München ein kleiner Akt der Revanche für das vergangene Wochenende, an dem sich Ballack auf Kloses Schultern gestützt hatte, um den FC Bayern gegen Werder in Führung zu köpfen. Viel wichtiger jedoch ist eine zweite Deutung, die auch Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit Erleichterung zur Kenntnis genommen haben dürfte: Der schmächtige Angreifer hat sein Selbstvertrauen zurückgefunden. Zu Saisonbeginn hatte er die schwierigste Phase seiner vierjährigen Profikarriere zu überstehen. "Qualität setzt sich durch", befand Klose zufrieden vor dem Abflug nach Teheran zum Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Iran (Samstag, 18.00 Uhr/live im ZDF). "Ich wusste, wenn ich hart an mir arbeite, wird es irgendwann bergauf gehen."

In Bremen war Klose zu Saisonbeginn nicht in Form. Das war für ihn belastend. Klose ist der teuerste Einkauf in der Vereinsgeschichte Werder Bremens, er soll den zu Schalke gewechselten Stürmerstar Ailton ersetzen. "Er hat Klub und Fans gegenüber eine Verpflichtung empfunden", sagt DFB-Teammanager Oliver Bierhoff. "Er nimmt sich alles sehr zu Herzen."

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