Kurs auf mehr Qualität
Opel gibt mit neuem Vorstandschef Forster Gas

Die verlustgebeutelte Adam Opel AG gibt mit dem neuen Vorstandschef Carl-Peter Forster offenbar Gas. Mit Spitzenmodellen und verbesserter Qualität will die deutsche Tochter des US-Konzerns General Motors (GM) Marktanteile und höhere Margen zurückgewinnen.

ddp/vwd BERLIN. So soll in den kommenden Jahren ein vollkommen neuer Pkw der oberen Mittelklasse entwickelt werden. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen sei dies mit dem jetzt beschlossenen Ende der der Stufenheck-Limousine Omega als bisherigem Top-Modell verbunden, berichtete die "Welt am Sonntag". Die Marke müsse "auch am oberen Ende" der Pkw-Modellpalette präsent sein, sagte Forster (46) dem "Focus". Diese Aufgabe könne das Mittelklassemodell Vectra nicht leisten, betonte der frühere BMW-Produktionsvorstand, der seit dem 1. April Chef in Rüsselsheim ist.

Noch unter Forsters Vorgänger Robert Hendry sei der Entschluss gereift, dem Präsidenten der Konzernmutter General Motors, Rick Wagoner, ein gemeinsames Konzept für die Konzern-Marken Opel, Saab und Cadillac sowie für Lancia und Alfa Romeo von Fiat (20 % GM-Anteil) vorzuschlagen, schreibt die "Welt am Sonntag". Entwicklung und Produktion eines solchen Autos rechneten sich für die einzelnen Marken im Alleingang nicht, weil die Produktionsmenge zu klein wäre. Vorgesehen sei ein innovatives Auto auf gemeinsamer Plattform mit unverwechselbarem Design und extremer Flexibilität im Innenraum, das aber dem Charakter der jeweiligen Marke Rechnung trage.

Aus der GM-Zentrale in Detroit sei dafür inzwischen grünes Licht gekommen. Bei Saab in Göteborg feile eine Task-Force schon am Grobkonzept eines "mutigen und unkonventionellen Entwurfs", um den etablierten Marken Audi, Mercedes und BMW in der oberen Mittelklasse Marktanteile abzujagen. Forster hofft, dass GM auch weitere "sinnvolle Vorschläge nicht vom Tisch wischen wird". Der Vorstandschef ist der vierte bei Opel seit der GM-Neuorientierung 1992 auf andere Märkte, die bei Opel zu verzögerten Investitionen und Neuentwicklungen sowie durch Kostensenkungen auch zu Qualitätseinbußen führte. Als Folge sank der Opel-Marktanteil in Westeuropa von 12,75 % 1993 bis auf 9,7 %. Im vorigen Jahr fuhr Opel 835 Mill. Mark Verlust ein.

Einer der schwierigsten Jobs in der Branche

Der als Sanierer von Saab zu Opel gekommene US-Amerikaner Hendry warf daraufhin nach knapp zweieinhalb Jahren im Amt das Handtuch und trat zum 31. März zurück. Sein Nachfolger Forster betonte, bei der Qualität sei schon aufgeholt worden. Er sehe die Chance, ein Unternehmen mit großer Tradition und guter Substanz wieder zum Erfolg zu führen. Alle Mitarbeiter von Opel wollten den Erfolg. "Entweder bekomme ich mit der vorhandenen Mannschaft eine gute Zusammenarbeit hin - oder wir werden gemeinsam scheitern", bemerkte Forster zu seinem Fünf-Jahres-Vertrag, der als einer der derzeit schwierigsten Jobs in der Branche gilt. Nach seinen Worten sollen sich Opel-Fahrzeuge in Zukunft durch Flexibilität, Vielseitigkeit, dynamisches Fahrverhalten, elektronische Kommunikationsmittel sowie modernes, dynamisches Styling auszeichnen.

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