Kurs bricht ein
Ericsson noch tief im Tal der Tränen

Der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson erwartet für das laufende Quartal weniger Umsatz und einen geringeren Auftragseingang als in den drei Monaten zuvor. Zudem kündigte der Telekommunikationsausrüster an zum Ende des Jahres 2003 den Standort Nürnberg zu schließen.

rtr/dpa/vwd STOCKHOLM/NÜRNBERG. "Der Markt bleibt unsicher mit nur wenigen Zeichen für eine kurzfristige Stabilisierung", teilte der Verluste schreibende Konzern am Montag weiter mit. Die Kunden hielten sich noch immer mit Investitionen zurück. Ericsson bekräftigte zugleich das Ziel, im kommenden Jahr die Verlustzone wieder zu verlassen. Zu dem erwarteten Ergebnis machte Ericsson keine Angaben. Analysten rechnen, dass das Unternehmen einen hohen Verlust ausweisen wird.

Eine Firmensprecherin beurteilte die Lage des Unternehmens wenig später kritischer als die zuvor verbreitete Presseerklärung des schwedischen Unternehmens. "Wir haben den Boden noch nicht erreicht", sagte sie. Man könne auch noch nicht sagen, wann dieser erreicht werde. Statt "weniger" Anzeichen einer baldigen Stabilisierung, sprach sie vielmehr davon, dass es solche ANzeichen bisher nicht gegeben habe. "Es geht weiter herunter", fügte sie hinzu.

Weiter teilte der Konzern mit, den Standort Nürnberg aufzugeben. Fast alle der 350 Mitarbeiter werden ihre Jobs verlieren. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sollen an anderen Standorten des Konzerns weiterbetrieben werden. "Die Mitarbeiter werden zum ganz überwiegenden Teil entlassen werden", sagte eine Unternehmenssprecherin in Düsseldorf. Nur für wenige gebe es eine Möglichkeit, an anderen Standorten beschäftigt zu werden.

Am Ericsson Eurolab Nürnberg sind überwiegend hoch qualifizierte Beschäftigte wie Nachrichtentechniker oder Elektroingenieure tätig. Sie arbeiten vor allem an der Entwicklung des künftigen Mobilfunkstandards UMTS.

Die Ericsson-Aktien reagierten mit deutlichen Kursverlusten und fielen auf ein Minus von mehr als 20 % unter 3,00 schwedische Kronen, erholten sich dann aber wieder etwas. Im bisherigen Jahresverlauf haben die Titel rund 92 % an Wert verloren.

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