Kurs der Aktie gibt nach
Zahl der Lipobay-Todesfälle fast verdoppelt

Die Zahl der vermuteten Todesfälle im Zusammenhang mit der Einnahme des vom Markt genommenen Cholesterinsenkers Lipobay der Bayer AG hat sich fast verdoppelt. "Die mit der Einnahme von Lipobay/Baycol in Verbindung stehende Zahl liegt bei rund 100," sagte ein Bayer-Sprecher am Freitag nur wenige Tage vor dem Börsendebüt des Pharma- und Chemiekonzerns in New York.

Reuters LEVERKUSEN 18.01.02. Diese Zahl sei von Bayer in einem Dokument an die US-Börsenaufsicht SEC genannt, sagte der Sprecher weiter. Im August 2001, als der Konzern das umstrittene Medikament vom Markt genommen hatte, waren erst 52 Todesfälle offiziell bekannt gewesen. Die erste Notierung der Bayer-Aktie an der Wall Street ist für kommenden Donnerstag geplant. Der Kurs der Bayer-Aktie gab im Anschluss an die angehobene Zahl der Todesfälle nach.

Die Rücknahme des Cholesterinsenkers hat Bayer nach eigenen Angaben im vorigen Jahr rund 800 Mill. ? gekostet. Der Chemie- und Pharmakonzern wies im dritten Quartal 2001 einen Verlust aus. Darüber sieht sich das Unternehmen in den USA inzwischen mit mehreren Sammelklagen auf Schadenersatz konfrontiert. Seit Wochenbeginn beteiligt sich daran auch der deutsche Anwalt Michael Witti. Man werde versuchen, die Rechte von deutschen und internationalen Geschädigten denen von betroffenen US-Bürgern gleichzusetzen, hieß es zur Begründung der Sammelklagen. Bayer selbst hält den Versuch deutscher Kläger für unzulässig, einen ausländischen Gerichtsstand auszuwählen. Streitigkeiten zwischen deutschen Staatsangehörigen und einem deutschen Unternehmen sind nach Bayer-Auffassung vor deutschen Gerichten auszutragen.

Bayer hatte Lipobay in Deutschland 1997 auf den Markt gebracht und das Medikament in den USA unter dem Namen Baycol verkauft. Ärzte verschrieben es zur Senkung hoher Blutfettwerte, die zu Herzinfarkten führen können.

Die Bayer-Aktie notierte am Freitagnachmittag in einem leichteren Gesamtmarkt rund 2,20 % im Minus bei 35,15 ?.

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