Kurs der Reuters-Aktie legt zu
Thomson kommentiert mögliche Reuters-Übernahme nicht

Der kanadische Informationskonzern Thomson Corp hat einen Kommentar zu Marktspekulationen abgelehnt, wonach das Unternehmen an einer Übernahme der Reuters Group Plc interessiert sein soll. Analysten nannten eine solche Übernahme sehr unwahrscheinlich.

Reuters TORONTO/LONDON. "Wir kommentieren Gerüchte und Spekulationen nicht", sagte ein Thomson-Sprecher am Mittwoch in Toronto. Auch eine Sprecherin des Nachrichten- und Informationskonzerns Reuters lehnte eine Stellungnahme ab. An der Londoner Börse legte der Kurs der Reuters-Aktie zeitweise um rund acht Prozent zu, was Händler mit den Spekulationen über ein Interesse von Thomson an einer Reuters-Übernahme begründeten.

Die Spekulationen kamen auf, nachdem Thomson am Dienstag ein überraschend starkes Quartalsergebnis vorgelegt hatte. Der kanadische Konzern, der unter anderem für seine First-Call-Analystenprognosen bekannt ist, konkurriert mit Reuters in einigen Märkten. Thomson-Chef Richard Harrington hatte jedoch am Dienstag in einem Reuters-Telefoninterview erklärt, das Interesse des Unternehmens liege derzeit stärker in der Integration jüngster Akquisitionen und nicht auf der Planung neuer großer Zukäufe.

Analysten und Fondsmanager bezweifelten indes, dass der kanadische Konzern, der an den Börsen in Toronto und New York gelistet ist, ein Angebot für Reuters machen könnte. "Ich denke, die Wahrscheinlichkeit dafür ist extrem niedrig", sagte ein Analyst in Toronto. "Sie haben mehrmals erklärt, dass sie derzeit keine größeren Akquisitionen anstreben. Und Reuters wäre eindeutig ein mehrere Milliarden Dollar teurer Zukauf." In den vergangenen Jahren habe es immer wieder ähnliche Gerüchte gegeben, an denen nichts dran gewesen sei. Die Marktkapitalisierung von Reuters beträgt derzeit rund drei Milliarden Pfund (4,7 Milliarden Dollar), die von Thomson rund 18 Milliarden Dollar.

An der Londoner Börse schlossen die Reuters-Aktien am Mittwoch gegen den Markttrend mit einem Plus von knapp fünf Prozent bei 213 Pence, nachdem sie zwischenzeitlich sogar rund acht Prozent zugelegt hatten. In diesem Jahr haben die Reuters-Aktien bislang angesichts des Abschwungs an den Finanzmärkten und umfassender Stelleneinsparungen bei zahlreichen Großbanken, die zu den wichtigsten Reuters-Kunden zählen, rund zwei Drittel ihres Wertes verloren.

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