Kurs des Versicherers gibt nach
Deutsche Bank verkauft Allianz-Aktienpaket

In der Woche nach der Hauptversammlung der Deutsche Bank AG will der Vorstand der Deutschen Bank Gespräche mit dem Allianz-Vorstand aufnehmen. Dabei geht es um das offenkundliche Interesse der Allianz an einer Kooperation mit der Deutsche Bank-Tochter Bank 24.

Reuters/vwd MÜNCHEN/FRANKFURT. "Nach dem Paketverkauf von 2,3 % Allianz-Aktien im Oktober 1999 zeigt die heutige Transaktion die Fähigkeit von DB Investor, mit innovativen Transaktionen aktives Portfoliomanagement zu betreiben und den Willen der Deutschen Bank, den wertorientierten Abbau ihres Beteiligungsportfolios fortzusetzen." Das erklärte Rolf-E. Breuer, Vorstandssprecher der Deutsche Bank AG, am Dienstag zur Reduzierung der Beteiligung auf nunmehr 4,1 %.

Die Transaktion, so Breuer, ist ein Beitrag zur Reduzierung der Überkreuzbeteiligungen innerhalb Deutschlands. Die Neuordnung und Dynamisierung der deutschen Wirtschaft werde dadurch erleichtert.

Die Reduzierung der Allianz-Beteiligung am Dienstag sei erfolgt, um die derzeit günstigen Marktbedigungen zu nutzen.

Allianz-Chef Hennig Schulte-Noelle sagte, die Transaktion werde das Verhältnis der beiden Finanzinstitute nicht beeinflussen. Die Allianz-Aktien fielen bis Handelsschluss 10,15 auf 374,80 Euro.



Anteilsverkauf hat Marktwert von 6,6 Mrd. Euro

Nach Angaben von Analysten entspricht ein Abbau des Anteils auf fünf Prozent einem Verkaufserlös von rund 1,9 Mrd. Euro.

"Wir reden hier über einen ansehnlichen Betrag", hieß es in den Unternehmenskreisen am Dienstag weiter.

Wer die Käufer der Anteile sind, war zunächst nicht zu erfahren. "Wir werden mit interessierten Investoren im In- und Ausland sprechen", sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher. Zu Marktpreisen ist der Anteil insgesamt derzeit rund 6,6 Mrd. Euro wert.

Ein Sprecher der Allianz bezeichnete das Vorhaben als "ganz normale Finanztransaktion". Schulte-Noelle sagte in Athen am Rande einer Pressekonferenz, der Abbau der Beteiligung sei erwartet worden. "Das wissen wir seit langer Zeit", fügte er hinzu. Branchenkenner gaben sich gelassen.

"Das ist Teil einer Reihe von Maßnahmen der Deutschen Bank in den letzten zwei Jahren, um ihr Beteiligungsportfolio aktiver zu managen", sagte Konrad Becker, Bankanalyst bei Merck Finck & Co in München. Es habe sicher nichts damit zu tun, wie die beiden Finanzinstitute in Zukunft kooperieren würden.

Erst im Oktober hatte die Deutsche Bank ihren Allianz-Anteil von 9,3 auf sieben Prozent abgebaut und dadurch einen Erlös von mehr als einer Milliarde Euro erzielt. Die Allianz ihrerseits ist seit 1999 dabei, ihre Beteiligung an der Deutschen Bank über eine Wandelanleihe abzubauen.

Derzeit hält sie noch 5,7 % an dem Kreditinstitut, am Ende sollen es drei Prozent sein.

Den Kursabschlag der Allianz-Aktien führten Marktteilnehmer auf Arbitragegeschäfte zurück. Händler stießen ihre Aktien ab, um sie später günstig von der Deutschen Bank zu erwerben, hieß es. Die Titel der Deutschen Bank verloren bis zum Schluss 0,43 auf 86,50 Euro.

Kooperationsgespräch mit Allianz nach der Hauptversammlung

Schon in der Woche nach der am Freitag, dem 9. Juni, in Frankfurt stattfindenden Hauptversammlung der Deutsche Bank AG, wird der Vorstand der Deutschen Bank Gespräche mit dem Allianz-Vorstand aufnehmen. Das sagte Rolf-E. Breuer, Sprecher des Vorstandes der Deutsche Bank AG, am Dienstag in Frankfurt am Rande der Global-24-Conference. Dabei geht es um das offenkundliche Interesse der Allianz an einer Kooperation mit der Deutsche Bank-Tochter Bank 24.



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