Kurs steigt kräftig
HP übertrifft die Erwartungen

Der US-Computer- und Druckerhersteller Hewlett-Packard (HP) hat im vierten Geschäftsquartal bei Gewinn und Umsatz die durchschnittlichen Analystenerwartungen übertroffen.

Reuters SAN FRANCISCO. Der Konzern bekräftigte zudem seine Prognosen für das laufende Vierteljahr. Der HP-Aktienkurs stieg am Donnerstag an der Wall Street um 15 Prozent. Auch andere Technologietitel in den USA und Europa zogen kräftig an.

Der nach IBM weltweit zweitgrößte Computerhersteller, der im Mai die milliardenschwere Fusion mit Compaq abgeschlossen hatte, teilte am Mittwoch nach Börsenschluss weiter mit, der Stellenabbau im Zuge des Zusammenschlusses gehe schneller voran als geplant. Analysten begrüßten, dass HP trotz des schwierigen Marktumfelds die Verluste in der PC-Sparte verringern und im wichtigen Drucker-Geschäft Rekordzahlen erzielen konnte.

Im Quartal bis Ende Oktober erzielte der im kalifornischen Palo Alto ansässige Konzern vor Sonderposten einen Gewinn von 721 Millionen Dollar oder 0,24 Dollar je Aktie. Der Umsatz betrug 18,05 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich einen Gewinn je Aktie von 0,22 Dollar bei Erlösen von 17,3 Milliarden Dollar erwartet. Der Umsatz stieg zum Vorquartal in allen Geschäftsbereichen und Regionen. Im Drucker-Geschäft setzte HP mit 5,6 Milliarden Dollar 18 Prozent mehr um.

"Es gibt nichts zu meckern an den HP-Zahlen", sagte Analyst Dan Niles von Lehman Brothers. Der Konzern habe einen Gewinnanstieg zum Vorquartal um 50 Prozent vorausgesagt und ein Plus von 70 Prozent erreicht. HP-Aktien stiegen im frühen US-Handel um 15 Prozent auf 19,38 Dollar und verhalfen damit den New Yorker Börsen zu kräftigen Kursgewinnen. Auch in Europa legten Technologietitel im Zuge der überraschend starken HP-Zahlen deutlich zu. In Frankfurt waren vor allem die Papiere des Chip-Herstellers Infineon gefragt. Sie gewannen rund zwölf Prozent auf 10,20 Euro.

Netto erzielte HP einen Quartalsgewinn von 390 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hätten HP und Compaq zusammen einen Verlust von 505 Millionen Dollar und einen Umsatz von 18,17 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Die positive Ergebnisentwicklung führte der Konzern auch auf starke Kostensenkungen zurück. Im Zuge der Fusion, die HP-Chefin Carly Fiorina gegen den heftigen Widerstand einiger Investoren vorangetrieben hatte, habe HP bis Ende Oktober 12 500 Stellen gestrichen. Geplant gewesen sei bis zu diesem Zeitpunkt lediglich der Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2003 will der Konzern insgesamt 17 900 Stellen streichen. Bislang seien 651 Millionen Dollar eingespart worden.

Sunil Reddy, Portfoliomanager beim Fifth Third Technology Fund, hob vor allem die positive Geschäftsentwicklung bei Personal Computern (PC) und hochwertigen Geräten für Firmenkunden hervor. "Dies sind zwei zentrale Bereiche für HP", sagte er. In der Sparte "Personal Systems", die die Bereiche PC und Notebook umfasst, verringerte der Konzern den operativen Verlust zum Vorquartal auf 87 Millionen Dollar und damit stärker als von vielen Analysten erwartet.

Für das laufende erste Geschäftsquartal erwartet HP einen Pro-Forma-Gewinn je Aktie von 0,27 Dollar bei einem Umsatz von 18,4 Milliarden Dollar. Für das auch für HP wichtige Weihnachtsgeschäft erwartet Konzernchefin Fiorina aber einen eher schleppenden Verlauf. "Ich denke, der PC-Markt kann noch immer als schwach bezeichnet werden", sagte sie bei einer Analystenkonferenz. Finanzchef Bob Wayman erkannte jedoch bei der Nachfrage der Unternehmen nach höherwertigen Geräten erste Erholungszeichen. "Es sieht so aus, als ob es hier eine Stabilisierung gibt, aber es ist zu früh, um von echtem Wachstum zu sprechen", sagte Wayman. HP und andere Technologiekonzerne leiden seit mehr als einem Jahr vor allem unter der Investitionszurückhaltung der Unternehmen.

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