Kurs-Talfahrt geht weiter: Wende am Neuen Markt nicht absehbar

Kurs-Talfahrt geht weiter
Wende am Neuen Markt nicht absehbar

Neuer Handelstag, neue Kursverluste: Am Neuen Markt lässt der Stimmungsumschwung weiter auf sich warten. Die Indizes lagen nach einem kurzen Zwischenhoch am Abend auf Jahrestief, der Nemax notierte bei 1 025 Zählern 2,7 Prozent im Minus, der Nemax 50 hatte 3 Prozent auf 1 058 Punkte verloren.

FRANKFURT/M. Nur kurz vor der Eröffnung der amerikanischen Nasdaq konnten die Anleger am Neuen Markt gestern Hoffnung auf eine Trendwende schöpfen: Bis auf wenige Punkte hatten sich die Indizes ihren Vortageskursen genähert. Der US-Netzwerkausrüster Cisco hatte eine positive Entwicklung im vergangenen Quartal angedeutet und damit kurz für gute Stimmung gesorgt. Doch dann übernahmen die Skeptiker diesseits und jenseits des Atlantiks wieder das Ruder und drückten die Punktestände auf ein neues Jahrestief. Deutlich positive Kursausschläge gab es fast nur bei hochspekulativen Papieren.

So gehörte der Luxemburger Telekommunikationsdienstleister Carrier 1 zu den Tagesgewinnern mit einem Plus von 18,2 % auf 0,78 Euro. In den Vortagen war der Kurs allerdings dramatisch eingebrochen, nachdem die Firma gravierende Liquiditätsnöte eingeräumt hatte. Auch EM.TV konnten 8,9 % auf 1,96 Euro zulegen, nachdem das Medienunternehmen gemeldet hatte, dass die Übertragung von knapp 25 % der Anteile von Ex-Vorstand Thomas Haffa auf seinen Nachfolger Werner Klatten vollzogen sei. Weiter nach oben ging es mit Kinowelt, obwohl das Schicksal des Unternehmens noch lange nicht entschieden ist. Das Papier kostet nach dem Plus von 15,3 % nun 0,68 Euro.

Besser nachzuvollziehen waren dagegen die Kursaufschläge für United Internet und Lion Bioscience. Bei United Internet honorierten die Anleger einen zu erwartenden Mittelzufluss von 18,5 Mill. Euro durch den Verkauf ihres Jobpilot-Anteils an Adecco (Seite 13). Die Papiere von United Internet gewannen 1,8 % auf 5,60 Euro, Jobpilot legten 3,8 % auf 5,17 Euro zu. Ein deutliches Plus von 6,5 % auf 13,95 Euro verzeichnete Lion Bioscience. Das Biotechnologieunternehmen hatte über einen gesunkenen operative Verlust bei leicht steigenden Umsätzen berichtet.

Einer der großen Tagesverlierer im Nemax 50 war erneut Rhein Biotech. Der Titel gab 6,7 % auf jetzt nur noch 48,50 Euro nach. Auch die Beteuerung des Vorstandes, dass sich an den Prognosen der Firma nichts geändert habe, konnte die Talfahrt nicht aufhalten. Seit vergangener Woche hat die Aktie des Impfstoffherstellers nun mehr als ein Viertel ihres Wertes eingebüßt.

Der Rhein-Kooperationspartner Rösch (- 27 %) benötigte für den fast gleichen Verlust nur einen Handelstag. Die Medizintechnikfirma hatte bekannt gegeben, dass sich das Unternehmen gesund schrumpfen muss und sich von einigen Bereichen trennt. Das Schlimme daran ist, dass sich für Rösch daraus im laufenden Geschäftsjahr, das im Juni endet, ein Verlust vor Zinsen und Steuern von mehr als 14 Mill. Euro ergeben wird. Die liquiden Mittel waren im letzten Quartalsbericht auf rund 10 Mill. Euro beziffert worden.

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