Kursanstieg des Euro verringert Probleme
EU-Kommission hat kein "Ölpreis-Krisenszenario“

In der Europäischen Kommission sorgt die Entwicklung des Ölpreises derzeit für keine Aufregung. Der Sprecher von EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Pedro Solbes bekräftigte am Dienstag, dass der Anstieg zwar unverändert "ein Grund zur Besorgnis" sei, der "negative Aspekt" würde aber "teilweise" von dem Kursanstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar kompensiert. "Wir haben derzeit kein Krisenszenario", ergänzte der Sprecher in Brüssel.

vwd BRÜSSEL. Der Korbpreis für sieben Rohölsorten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) war am Montag auf 30,29 Dollar/Barrel gesunken. Damit liegt der Preis gleichwohl unverändert deutlich über der Annahme der Kommission von 24,2 Dollar/Barrel für dieses Jahr. Gleichzeitig jedoch sehen die Wirtschaftsexperten von Solbes erst dann eine Gefahr für das Wachstum, wenn der Preis während des gesamten Jahres im Schnitt bei 35 USD läge. Für diesen Fall, so erläuterte der Sprecher, würde das Wachstum in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 0,2 Prozentpunkte niedriger ausfallen.

Dies wäre aber nur bei einem unveränderten Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar der Fall, den die Kommission bei ihrer Herbstprognose mit 0,99 EUR angesetzt hat. Wegen des jüngsten Kursanstiegs der Gemeinschaftswährung indes würden der negative Ölpreiseffekt auf Wachstum und Inflation "bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen", erklärte er. Der Rat der EU-Wirtschafts- und Finanzminister (Ecofin) soll sich bei seinem nächsten Treffen am 17. und 18. Februar mit der Ölpreisentwicklung beschäftigen.

Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Francis Mer hatte am Montag gesagt, die EU müsse sich auf die Möglichkeit einer Preisexplosion bei Rohöl vorbereiten. In Paris meinte er, der Ecofin solle beraten, wie die Auswirkungen eines starken Preisanstiegs bei Öl gedämpft werden könnten. Dem Sprecher von Solbes zufolge sind dafür aktuell keine Szenarien vorhergesehen.

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