Kursbarometer geben Anfangsgewinne ab
Schwache Nasdaq bremst Nemax-Erholung aus

Die stürmische Aufwärtsentwicklung des Neuen Marktes hat ein vorläufiges Ende gefunden. Am Dienstag ließen schlechte Unternehmenszahlen und Kursverluste der amerikanischen Technologiewerte die Kursbarometer mit deutlichen Abschlägen aus dem Handel gehen.

HB FRANKFURT/M. Wem in den vergangenen Tagen angesichts der rasanten Kurserholung des Neuen Marktes schwindelig geworden ist, konnte sich jetzt entspannt zurücklehnen. Zwar eröffneten die Kursbarometer zunächst erneut im Plus. Überraschend schlechte Zahlen von Pixelpark (minus 16,4 %), Sorgen um die Zukunft des Internetbrokers Consors (minus 7,2 %) und der Insolvenzantrag des einstigen Börsenstars Biodata (minus 12 %) verfehlten ihre Wirkung auf den Markt nicht. Als dann auch die Kurse an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq im Minus eröffneten, drehten auch die Kursbarometer des Frankfurter Neuen Marktes gen Süden. Bis zum Handelsschluss verlor der Nemax gut 1,8 % auf 1216 Zähler. Der Auswahlindex Nemax 50 musste ebenfalls deutliche Verluste hinnehmen und fiel wieder unter die im Schwung des Vortages genommene 1300-Punkte-Marke. Er beendete den Handel um 2 % geschwächt bei 1291 Zählern.

Zu den wenigen Titeln, die deutliche Kursgewinne verbuchen konnten, zählte Dino Entertainment. Das Unternehmen, das Ende dieses Monats freiwillig vom Neuen Markt abzieht, wird Merchandising-Artikel zu der Harry Potter-Verfilmung vermarkten. Da diese eigentlich nicht neue Nachricht zum Wochenauftakt nicht nur über die Nachrichtenticker, sondern auch über die im Fernsehen ausgestrahlten Börsenberichte publik geworden war, setzte sich der Potter-Effekt noch einmal fort. Die Aktie verteuerte sich bis zum Handelsschluss um mehr als 18 % auf 7,10 Euro.

Handfester die Begründung für den Kursanstieg der überschuldeten Softwareschmiede Brokat. Das Stuttgarter Unternehmen konnte dank erneuter Verhandlungen seinen Geschäftsbereich Mobile Business nun doch in die USA verkaufen. Zwar fällt der Kaufpreis niedriger aus als geplant, dafür verzichtet der Käufer dafür aber auf die Klausel, dass 80 % der Eigner der im Mai begebenen Anleihe der Transaktion zustimmen müssen. Brokat betonte, dass der Verkauf die vor allem durch die Anleihe zu Stande gekommenen Überschuldung nicht beseitige. Der Kurs der zeitweise vom Handel ausgesetzten Brokat-Aktie ging dennoch mit einem Plus von knapp 16 % auf 0,60 Euro aus dem Geschäft.

Gefragt waren auch die Papiere des Computerspieleherstellers CDV. Seine Ankündigung, 2001 die eigenen Umsatzerwartungen zu übertreffen, ist ungewöhnlich genug und wurde mit einem Kursplus von fast 13 % auf 23 Euro honoriert. Damit hat das Papier sein Ausgabeniveau wieder erreicht. Im April vergangenen Jahres war die Aktie zu 22,50 Euro zugeteilt worden. Der nur drei Monate länger börsennotierte Konkurrent Swing Entertainment liegt trotz des gestrigen Aufschlags von knapp 4,5 % auf 3,24 um mehr als 80 % unter dem Ausgabepreis.

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