Kursbarometer wandern südwärts
Mehr Bangen als Hoffen am Wachstumssegment

Unterhalb der 1000-Punkte-Marke scheinen die Anleger am Neuen Markt nur noch eine Parole zu kennen: Verkaufen! Auf der Gewinnerseite tummelten sich am Donnerstag vor allem die Papiere einiger Turnaround-Kandidaten und andere Penny Stocks. Die Schwergewichte verloren dagegen weiter.



Anna Trömel/ HB/ FRANKFURT. Nur gut drei Wochen nach Frühlingsbeginn kann von den mit dieser Jahreszeit für gewöhnlich assoziierten Gefühlen schon keine Rede mehr sein. Es sei denn, man meint die Müdigkeit. Wer in den letzten Wochen wieder begonnen hat, in die augenscheinlich billigen Wachstumswerte zu investieren, mag der Blick ins Depot derzeit schon mit dem Rückfall in den Winterschlaf liebäugeln lassen: Gerade die zum Wiedereinstieg favorisierten Schwergewichte gaben am Donnerstag durchschnittlich um 3 % ab. Der Nemax 50 notierte zum Schluss bei 945 Zählern. Geringere Verluste verbuchte der Gesamtmarkt: Der Nemax gab 2 % auf 968 Zähler nach.

Die Schuld an den Kursverlusten der Großen gaben Aktienhändlern den institutionellen Anlegern. So geriet unter anderem die Aktie des Luxemburger Logistikdienstleisters Thiel offenbar durch massive Verkäufe von US-Investoren erneut unter Druck. Der Kurs fiel zeitweise beinahe bis auf 13 Euro. Als Vorstandschef Günter Thiel darauf ankündigte, sich den Kursverfall nicht mehr tatenlos anzuschauen, sondern auf eigene Rechnung 100 000 Stück zu ordern, dämpfte das den Kursverfall allerdings etwas. Am Abend notierte das Papier noch rund 3 % im Minus bei 14,09 Euro.

Warum zieht es die institutionellen Anleger schon wieder aus dem angeschlagenen Segment? Der hohe Ölpreis kann dafür wohl kaum zur Verantwortung gezogen werden, denn kaum ein Unternehmen des dienstleistungslastigen Neuen Marktes ist für sein Geschäft auf fossile Brennstoffe angewiesen. Bedrohlicher für den Markt könnte da schon der gestern zur Schau getragene Konjunktur-Optimismus von EZB-Chef Wim Duisenberg sein. Auch wenn die Zinsen vorerst nicht verändert werden, könnte dies schon als zarte Ankündigung künftiger Erhöhungen verstanden werden. Die am Neuen Markt notierten Firmen-Startups würden als notorische Kreditnehmer davon besonders stark in Mitleidenschaft gezogen.

Ein kleiner Trost für gebeutelte Anleger kommt immerhin von den Verfechtern der technischen Analyse. Sofern deren Geo-Dreieck klein genug ist, um es auf diesem niedrigen Index-Niveau überhaupt anzulegen, sehen sie für den Nemax 50 eine Unterstützungslinie bei 950 Punkten.

Einen Lichtblick präsentierte gestern aber auch die EM.TV & Merchandising AG: Das Unternehmen hat sich exklusiv die europäischen Merchandising-Rechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland an Land gezogen. Die frohe Botschaft ließ den Kurs zwar um 18 % auf 1,55 Euro klettern. Wie lange die Aufwärtstour anhält ist jedoch fraglich. Ende Januar war das Papier schon einmal beinahe bis auf 2,40 Euro geklettert, um kurz darauf gleich wieder abzustürzen.

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