Kursbarometer weiten ihre Verluste am Abend aus
Schwache Nasdaq reißt impulslosen Neuen Markt mit in die Tiefe

Die einst so erfolgsverwöhnten Aktien des Neuen Marktes werden derzeit kaum mit spitzen Fingern angefasst. Nach den Kursdebakeln der vergangenen Monate warten die Anleger höchst vorsichtig ab, was sich jenseits des großen Teichs tut.

FRANKFURT/M. Zum Wochenauftakt dümpelten die Wachstumswerte deshalb zunächst mangels eigener Impulse bei dünnen Handelsvolumina vor sich hin. Am Abend drehte die New Yorker Technologiebörse Nasdaq deutlich ins Minus und prompt rutschten die Kurse auch hier zu Lande kräftig ab. Der Nemax verlor rund 3,1 % auf 1 240 Punkte, der Nemax 50 schloss um 3,8 % leichter bei 1 177 Zählern.

Weder auf der Gewinner- noch auf der Verliererseite bestimmten zum Wochenauftakt Unternehmensnachrichten die Kurse. D.Logistics gehörten mit einem Kursabschlag von rund 12 % auf 9,28 zu den größten Verlierern, was Händler auf den Ausstieg eines größeren institutionellen Investors zurückführten. Vorstandschef Detlef Hübner schäumte: Die anormale Kursentwicklung sei das Werk von Spekulanten. Über institutionelle Verkäufe sei er jedenfalls nicht informiert worden.

Ebenfalls im Dunklen blieb, wer dem kleinen Limburger Softwareunternehmen Internolix ein Kursplus von fast 40 % auf 3,22 Euro bescherte. Auf der Suche nach einer Erklärung griffen Aktienhändler wieder einmal auf eine nicht ganz neue Personalie zurück: Anfang Juli übernahm der Wiesbadener Verleger Klaus Helbert das Steuer. Der Großaktionär, der unter anderem die nicht als porentief rein geltenden Magazine "Coupé" und "Blitz Illu" herausgibt, soll Internolix zu einem digitalen Medienunternehmen ausbauen.

Impulse anderer Art werden für den Neuen Markt von der Quartalszahlenflut in den USA erwartet. Rechenschaft ablegen wollen unter anderem IBM, Microsoft und Siebel Systems. Heute macht der Computerhersteller Apple den Auftakt. Zwar gibt es unter den deutschen Wachstumswerten keinen, der direkt vom Geschäft der Edel-Schmiede aus Cuppertino abhängt. Als Indikator für die PC-Nachfrage können die Apple-Zahlen für das 2. Quartal trotzdem gewertet werden. Wer sich für die Chipbroker CE Consumer und ACG interessiert, den werden die Zahlen des Chipherstellers Intel zum Beispiel nicht kalt lassen. Von AOL Time Warner wird sich manch einer einen Ausblick für den gesamten Internet- und Medienbereich erhoffen.

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