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Kurse am Neuen Markt nach US-Vorgaben auf Jahrestief

Herabstufungen einzelner Technologiewerte an der Nasdaq sowie der weiterhin offene Ausgang der Präsidentenwahl in den USA haben die Indizes am Neuen Markt am Montag auf neue Jahrestiefs gedrückt.

rtr FRANKFURT. Herabstufungen einzelner Technologiewerte an der Nasdaq sowie der weiterhin offene Ausgang der Präsidentenwahl in den USA haben die Indizes am Neuen Markt am Montag auf neue Jahrestiefs gedrückt. Der selektive Nemax-50-Index notierte am frühen Abend 4,18 % tiefer auf 3 522 Punkte, nachdem er zuvor ein neues Jahrestief bei 3491 Zählern markiert hatte. Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab 3,8 % auf 3 347 Zähler nach.

An der Wall Street kam es im frühen Geschäft zu einem erneuten Kurseinbruch unter den Technologiewerten. Der Nasdaq-Composite-Index rutschte um 4,5 % auf 2 888 Zähler. US-Händler sagten, der noch offene Ausgang der Präsidentenwahl wirke sich belastend auf den Markt aus. Eine Anhörung von Demokraten und Republikanern soll vor dem Obersten Gericht in Florida entscheiden, ob Ergebnisse von Handauszählungen nachträglich in das offizielle Wahlergebnis aus dem Bundesstaat einfließen dürfen. Das möglicherweise wahlentscheidende Verfahren ist für 20.00 Uhr MEZ an diesem Montag angesetzt.

Zudem drückten mehrere Herunterstufungen durch die Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter die Stimmung, sagten Händler weiter. Die Bank hatte vor Handelseröffnung an der Wall Street mitgeteilt, sie habe das Kursziel für die schwergewichtigen Titel des Internetausrüsters Cisco auf 75 $ von 90 $ heruntergestuft. Die Aktie rutschte im frühen Geschäft um mehr als vier Prozent auf 50,5 $. Juniper und Redback Networks, die ebenfalls heruntergestuft wurden, notierten je 17,41 und 10,68 Prozent schwächer.

Nach Ansicht von Händlern hält die Verunsicherung am Neuen Markt weiter an. "Es herrscht ein regelrechter Käuferstreik", sagte Stefan Chmielewski vom Düsseldorfer Börsenmakler Schnigge. Selbst gute Nachrichten wirkten sich nicht positiv auf die Kurse aus. Unternehmen, die ihre selbstgesteckten Prognosen verfehlten, würden gnadenlos abgestraft. Der Bruch der Marke von 2900 im Technologieindex Nasdaq lasse für die nächsten Handelstage ebenfalls nichts Gutes erwarten, fügte ein weiterer Händler hinzu.

Unter den deutschen Wachstumstiteln führten die Aktien des Softwareherstellers Softmatic die lange Verliererliste an. Das Unternehmen hatte am Montagmorgen seine Neunmonatszahlen bekannt gegeben. Der Umsatz konnte zwar um 119 % gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert werden, gleichzeitig stieg jedoch der Vorsteuerverlust (Ebit) auf 27,8 Mill. DM nach minus 8,8 Mill. DM im Vorjahreszeitraum. Die Aktie fiel um 38,44 % oder 2,81 Euro auf 4,50 Euro.

Ebenfalls stark unter Druck kam die Aktie von Brain International. Am Morgen war die Übernahme von 35,4 % der Aktienanteile und 50,1 % der Stimmrechte durch die Baader Wertpapierhandelsbank gemeldet worden. Die Aktie war nach Bekanntgabe der Übernahme zunächst auf ein Tageshoch von 8,20 Euro gestiegen, um dann im Tagesverlauf deutlich schwächer zu notieren. Am frühen Abend wurden 6,13 Euro für die Aktie gezahlt.

Kräftige Kursgewinne konnten hingegen die Aktien von Teamwork verbuchen, nachdem am Montagmorgen bekannt wurde, dass die zwei Hauptgläubiger des Unternehmens, West LB und Sparkasse Paderborn, weitere Liquidität zur Sicherung der Betriebsförderung zur Verfügung stellen wollen. Die Teamwork-Aktie verteuerte sich zeitweise um bis zu 66 %. Am frühen Abend notierte das Papier mit einem Plus von 48 % auf 3,48 Euro.



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