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Kurse bekommen Antrieb

Der Hagelschauer von gestern ist vorüber. Auf die Wall Street gehen am Donnerstag nicht allzu viele belastende Nachrichten nieder. Sonnigere Zeiten zeichnen sich ab, die wichtigsten New Yorker Indizes befinden sich im grünen Bereich.

Die Stimmung hat sich gebessert. Während gestern vor allem Sun Microsystems mit seiner Gewinn- und Umsatzwarnung Anlass zur Sorge gab, bleiben Hiobsbotschaften dieser Art heute aus. Viele Branchen starteten gestärkt in den Tag: Internet-, Chip-, Netzwerk- und Biotechnologieaktien stehen gut da. Hingegen geben Pharma-, Einzelhandels-, Öl- und Finanzpapiere größtenteils ab.

Nach wie vor hält sich die Sorge, dass das zweite Quartal bei den Unternehmen düstere Bremsspuren hinterlassen wird. Nach Angaben von Standard & Poor´s (S&P) werden die Gewinne der im S&P 500-Index zusammengefassten Unternehmen 17 Prozent unter den ausgewiesenen Erträgen des zweiten Quartals 2000 liegen. Vor allem die Sektoren Technologie und Telekommunikation werden massive Einbußen mit minus 39 Prozent bzw. minus 55 Prozent hinnehmen müssen, hieß es.

Tief in die Tasche greifen müssen Kunden des neuen Office-Pakets von Microsoft, das heute an den Start geht. Office XP wird zunächst in 15 Ländern ausgeliefert und mit großem Werbeaufwand vermarktet. Die Kosten für die Reklame gibt Microsoft nicht bekannt. Wohl aber die Preise für die neue Version der weitverbreiteten Bürosoftware: sie kostet rund 1300 DM. Experten bezweifeln, dass genügend Kunden das renovierte Programm kaufen werden, da es zu wenig neue Funktionen gebe. Die Analysten der Credit Suisse First Boston empfehlen die Aktie heute trotzdem zum Kauf. Sie notiert am Mittag unverändert, konnte aber seit Jahresanfang rund 60 Prozent zulegen. Henry Blodget von Merrill Lynch macht darauf aufmerksam, dass der Erfolg von Office XP für Microsoft besonders wichtig ist, da das Paket ein Drittel zum Gesamtumsatz beiträgt und die Hälfte zu den Gewinnen im operativen Geschäft beiträgt. Das Betriebssystem Windows XP soll ab Oktober verkauft werden.

Oracle verbessert sich, obwohl das Bankhaus US Piper die Prognosen für den Geschäftsverlauf für die kommenden Quartale gesenkt hat.

Spannend wird es heute und morgen für DuPont, Wal-Mart und Novellus Systems - die Konzerne stellen sich der Analystenwelt. Bei der UBS Warburg geht man davon aus, dass Novellus Systems die Prognosen heute nach Börsenschluss nach unten revidieren muss. Der Chip-Maschinenbau leidet weiterhin an einem stark nachlassenden Geschäftsumfeld. Auch bei den Aktien von DuPont sollten Investoren nicht im Vorfeld des morgen anstehenden Treffens kaufen. Der Chemiekonzern hatte erst letzte Woche eine Ertragswarnung ausgesprochen und dürfte die Tagung nutzen um detailliert über die Problematik des Marktumfelds zu sprechen. Der Wert könnte bis auf 37 Dollar sinken und wird weiterhin nur mit "halten" eingestuft. Freuen dürften sich wiederum die Aktionäre von Wal-Mart. Der weltgrößte Einzelhandelskonzern wird von dem Brokerhaus Lehman Brothers erneut mit "aggressiv kaufen" empfohlen. Es sei davon auszugehen, dass das Ertragswachstum des Giganten auch in den kommenden Jahren die Wachstumsraten der Konkurrenz in den Schatten stellen wird.

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