Kurse der europäischen Zinsfutures werden vom Aktienmarkt dominiert
Erholung der Aktienbörsen belastet Euro-Renten

rtr FRANKFURT. Die Erholung der Aktienmärkte hat am Donnerstag die Kurse der richtungweisenden europäischen Zinsfutures belastet. Händlern zufolge wird der Markt eindeutig von den Aktienbörsen dominiert. Dabei habe sich nicht einmal der überraschende Rückgang der deutschen Auftragseingänge in den Kursen niederschlagen können. Allerdings machten die Zahlen deutlich, dass die deutsche Wirtschaft die Abkühlung in den USA zu spüren bekommt. Dennoch seien die Marktteilnehmer skeptisch, ob die Europäische Zentralbank (EZB) schon in der nächsten Woche die Zinsen senkt. Im Verlauf dieser Woche konzentriere sich das Interesse zunächst einmal auf die US-Arbeitsmarktzahlen, die am Freitag um 14.30 Uhr MESZ veröffentlicht werden sollen.

Der richtungweisende Euro-Bund-Future notierte gegen 15.00 Uhr MESZ drei Ticks im Minus bei 108,99 Punkten. Der Bobl-Future verlor sechs Ticks auf 106,64 Zähler. Am kurzen Ende notierte der Schatz-Future mit 103,17 Punkten einen Tick niedriger. Die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte zur Kasse mit 103,70 nach 104,040 % am Vortag. Gegen 15.00 Uhr MESZ lag sie bei 103,76 % und rentierte mit 4,756 %.

Die börsennotierten Bundesanleihen notierten am Donnerstag im Kassa-Vergleich schwächer. Keines der gehandelten Papiere verbesserte sich, während 82 bis zu 0,77 %punkte abgaben. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 4,70 (4,65) Prozent. Die Bundesbank kaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 155,7 (Vortagesverkäufe 101,2) Mill. ?. Der Rex-Rentenindex verlor 0,19 % auf 113,1694 Zähler.

Die kräftige Erholung der Aktienbörsen lockt Händlern zufolge die Investoren an. Es sei wieder einmal eine Umkehr der Kapitalflüsse aus den bislang als sichere Anlage geschätzten Renten in die Aktien zu beobachten. Der Dax gewann bis zum frühen Nachmittag 2,5 % auf 5735 Zähler, während der Nemax-50 um 6,8 % auf 1407 Punkte zulegte. Auslöser der Erholung war nach Händlerangaben der weltweit zweitgrößte Computerkonzern Dell, der am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende Jahr bekräftigt hatte.

Der schwache Februar-Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland hat sich Händlern zufolge angesichts der Konzentration der Anleger auf das Geschehen am Aktienmarkt kaum auf die Kursentwicklung der Rentenwerte ausgewirkt. Dennoch herrsche unter den Akteuren Skepsis vor, ob die EZB schon in der nächsten Woche ihre Leitzinsen senken wird. Das Bundesfinanzministerium teilte am Donnerstag mit, die Aufträge hätten preis- und saisonbereinigt um 0,2 % zum Vormonat nach einem deutlichen Minus von 3,0 % im Januar abgenommen. "Ich glaube, die EZB wird auf Basis dieser Zahlen nicht handeln. Die deutsche Wirtschaft ist schwächer als die der Euro-Zone insgesamt," sagte Jean-Francois Mercier vom Haus Schroder Salomon Smith Barney.

Der Rat der Europäischen Zentralbank kommt am 11. April zu seiner nächsten Sitzung zusammen, um über den künftigen geldpolitischen Kurs der Notenbank zu beraten. Anders als die Notenbanken in den USA und Japan hat die EZB noch nicht auf die eingetrübten Konjunkturaussichten mit niedrigeren Leitzinsen reagiert.

Nun richte sich das Interesse der Investoren auf die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktzahlen für Februar, hieß es im Handel. Diese könnten weitere Indizien dafür liefern, welchen zinspolitischen Kurs die US-Notenbank (Fed) einschlagen wird. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten im Durchschnitt im März 58 000 neue Stellen nach einem Plus von 135 000 im Februar. Die Rate der Erwerbslosen wird nach ihrer Einschätzung auf 4,3 von 4,2 % steigen.

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