Kurse der Telekommunikations-Titel erholen sich durch „technische Reaktion“
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pwe FRANKFURT/MAIN. Die Anleger an den europäischen Börsen scheinen wieder Verbindung mit den Titeln der Telekommunikationsbranche aufzunehmen.

Zu den Gewinnern der Branche gehört die Aktie der Deutschen Telekom AG: Sie setzte den Erholungskurs von Freitag fort und zog um 5,2 % auf 48,65 an. Das Jahrestief vom 23. August lag bei 41,35 an nach dem Jahrestief von 41,35 Euro am 23. August.

Dieser positive Trend zog auch den Deutschen Aktienindex (Dax) nach oben, der gleichzeitig am Montag um 0,8 % auf 7 406,57 Punkte kletterte. Die Telekom-Aktie sorgte gemeinsam mit den Titeln der niederländischen Telefongesellschaft Royal KPN und des französischen Ex-Monopolisten France Telecom für einen Zugewinn von 9,6 % beim Dow Jones-Stoxx-50-Index für die Telekommunikationssparte in den vergangenen drei Tagen.

Betrachtet man die Wertentwicklung der letzten sechs Monate, trübt sich das Bild: Auf das letzte halbe Jahr bezogen die Deutsche Telekom, die holländische KPN und France Telecom gehören noch immer zu den 50 europäischen Werten, die im Dow Jones Dow Jones-Stoxx-50 Index gelistet sind, aber noch immer zu den Werten im Euro Stoxx 50 Index, die am schlechtesten abschneiden.

Die leichten Kursverbesserungen der seit März leidenden Telekommunikationstitel sind nach Ansicht von Analysten aber kein Signal für neue Höhenflüge der Branche. Anfang März hatte lag der Kurs der Deutschen-Telekom-Aktie noch bei 104,90.

Frank Wellendorf, Analyst der Telekommunikationsbranche bei West LB Panmure, sieht den Grund für die jetzt beginnende sich andeutende Erholung, darin, dass "nach den deutlichen Kursrückgängen der letzten Monate der Boden gefunden ist." Wellendorf rechnet aber auch in den nächsten Wochen nicht mit einer dramatischen Kursanstieg Nachfrage nach Telefon-Titeln. Die positive Überraschung der letzten Tage sei eine "markttechnische Reaktion".

Auch ohne positive Meldungen der Unternehmen drehen die Aktienkurse wieder in die Gewinnzone, weil viele Aktien auf dem Markt zu haben sind und Anleger diese günstige Gelegenheit zum Einstieg nutzen, erklärt Branchen-Experte Marcus Schmitz vom Münchner Bankhaus Hauck & Aufhäuser, den charttechnischen Effekt.

Branchennachrichten kein Anlass für Phantasie

Die Telekommunikationsnachrichten der vergangenen Woche hatten nämlich kaum für Phantasie gesorgt: Die Halbjahreszahlen liegen vielfach unter den Markterwartungen. Außerdem müssen die meisten Unternehmen, die eine UMTS-Lizenz in Europa erwerben konnten, hohe Zinsen die hohen Kaufpreise zahlen.

Es stehen hohe Zinsen an, um die Gebühren für die ersteigerten UMTS-Lizenzen in verschiedenen europäischen Ländern bezahlen zu können.

Für die Aktie der Deutschen Telekom rät Marcus Schmitz: "Bis Oktober abwarten, ob sich das Kursniveau bei 45 stabilisiert." Auf Jahressicht sieht der Analyst für den deutschen Telefon-Riesen ein Kursziel von 65. Der Kauf der amerikanischen Telefongesellschaft Voice-Stream berge großes Wachstumspotenzial . Auch der Erwerb der spanischen Ya.com durch T-Online gehe in die richtige Richtung.

Jörg Natrop, Analyst bei der Düsseldorfer WGZ-Bank, sieht in den Kursgewinnen der Titel das "Wiederentdecken einer verschmähten Branche". Die Bewertung der europäischen Telekommunikationsunternehmen sei zwar nicht attraktiv, doch die Unternehmen seien sich ihrer Investoren stärker bewusst geworden. Das könne bei den Anlegern größeres Vertrauen ausgelöst haben.

Zwar könnten die Bewertungen der europäischen Telekommunikationskonzerne nicht als attraktiv bezeichnet werden, aber die Unternehmen seien bewusster geworden im Hinblick auf ihre Finanzierungs- und Investitionsseite, was bei den Anlegern grösseres Vertrauen ausgelöst haben könnte.

"Die Ängste scheinen zurückzugehen", konstatiert Hans Huff bei der Bankgesellschaft Berlin. Seine Aktien-Favoriten sind neben der Deutschen Telekom die France Telekom, die er auf "akkumulieren" eingestuft hat. Die spanische Telefonica-Aktie bewertet Huff mit "halten", denn die Halbjahreszahlen präsentierten ein gutes Festnetzgeschäft in Spanien und ein gutes Ergebnis in Südamerika. Der Erwerb der teuren deutschen UMTS-Lizenz mache für Telefonica dagegen wenig Sinn.

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