Kurse legen deutlich zu – Indizes aber unter Tageshöchstständen
US-Börsen bremsen Aufwärtsdrang am Neuen Markt leicht ab

Die Kurse streben weiter nach oben, aber der Neue Markt konnte auch am Donnerstag seine hohen Anfangsgewinne nicht in voller Höhe über den Tag retten. Am Abend stand der Nemax aber noch 2,5 Prozent im Plus bei 1 157 Punkten, der Nemax 50 hatte sogar 3,6 Prozent auf 1 236 Zähler zugelegt.

FRANKFURT/M. Die Deutschen neigen zur Übertreibung. Die Reaktion auf die Terrorakte in den USA fiel an der Frankfurter Börse heftiger aus als in New York. Nachdem nun die weltweite Antiterror-Allianz scheinbar kurz vor ihrem ersten großen Sieg steht, schlagen auch die Wogen der Euphorie hier zu Lande höher als jenseits des Atlantiks.

Bereits am zweiten Tag in Folge wurden die deutschen Anleger von den amerikanischen etwas zurückgepfiffen. Auch am Donnerstag legten die Technologieaktien in der Mainmetropole einen furiosen Start hin. Erste Anzeichen für einen verhaltenen Start an den US-Börsen ließen die Kursgewinne am Nachmittag leicht abbröckeln. Eines wird in dieser Situation jedoch offensichtlich: Es ist genug Liquidität im Markt vorhanden.

Und was noch wichtiger erscheint: Die Anleger sind bereit, sie wieder am Neuen Markt zu investieren. Außerdem nähert sich das Jahresende, an dem Vermögensverwalter und Fondsmanager Rechenschaft ablegen müssen. Bei durchschnittlichen Steigerungsraten am Neuen Markt von etwa 60 % seit dem 21. September wird die Kundschaft nicht verstehen, wenn die Profis einen hohen Cash-Bestand halten, um auf bessere Zeiten zu warten. Der Druck, das Geld am Markt zu investieren, steigt - der Aufschwung nährt sich selbst.

Die Gefahr von Rückschlägen besteht allerdings weiterhin. Einmal, weil viele Kurserholungen nicht durch positive Unternehmensentwicklungen gedeckt sind. Zweitens haben viele Anleger aus der Vergangenheit gelernt und sichern Gewinne durch Verkaufslimits ab. Wenn die Kurse also ins Rutschen kommen, könnte es schnell wieder nach unten gehen.

Die Kurssteigerungen auf Grund von Übernahmephantasien bei den Direktbanken scheinen sich langsam totgelaufen zu haben. Obwohl der Markt täglich mit Ergebnissen rechnet, bewegten sich die Kurse von Consors, DAB und Comdirect am Donnerstag weit weniger stark als an den Vortagen. Consors konnten trotz der Probleme der Muttergesellschaft Schmidt-Bank noch zulegen (+ 1,2 %), auch die DAB-Papier notierten nach Bekanntgabe der Quartalszahlen 3,7 % im Plus, während der Kurs der Comdirect-Aktie relativ konstant blieb. Belastet wurde der Finanzindex durch das erneute Minus bei der Aktie der italienischen Bank Bipop-Carire (- 5,2 %). Erstens hatte das Unternehmen erwartungsgemäß deutlich rote Zahlen für das dritte Quartal gemeldet. Außerdem hat die italienische Staatsanwaltschaft gegen das Institut Ermittlungen wegen "unüblicher Geschäftspraktiken" und dem Verdacht auf Kursmanipulation eingeleitet. Das Papier war daraufhin zeitweise vom Handel ausgesetzt.

Einen deutlichen Aufschwung erlebten nach Veröffentlichung ihrer jüngsten Geschäftsentwicklung die Multimedia-Agenturen GFT und Concept und Antwerpes (Seite 22). Der GFT-Kurs stieg um 21 % auf 6,21 Euro, Konkurrent Concept notiert nach dem gestrigen Plus von 14 % nun bei 5,50 Euro, Antwerpes legten 24 % auf 7,45 Euro zu. In der kommenden Woche wird Pixelpark seine Zahlen vorstellen. Gestern stabilisierte sich der Kurs mit einem Plus von 1,2 % bei 8,82 Euro.

Auf der Gewinnerstraße mit einem Zuwachs von 79 % fuhr auch am Donnerstag Kleindienst Datentechnik. Über den Grund des Anstiegs von rund einem Euro auf nunmehr 4,70 Euro in kürzester Zeit wird noch immer spekuliert.

Rasant weiter in Richtung Süden ging es dagegen mit Conduit. Obwohl die Firma in ihrem Zwischenbericht steigende Umsätze und sinkende Verluste gemeldet hatte, verlor das Papier 29 %. Mit einem Minus im späten Handel (- 6,5 %) reagierte die Aktie der Media AG auf die Ankündigung, dass Condomi eingestiegen ist und die Mehrheit anstrebt.

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