Kurse machen einen Teil ihrer Verluste wieder wett
Neuer Markt erholt sich auf niedrigem Niveau

Dank freundlicher Impulse aus den USA haben sich die Kursbarometer am Dienstag fester präsentiert. Der Nemax schloss um 4,4 Prozent fester bei 1 808 Zählern, der Nemax 50 um 5,4 Prozent auf 1 672 Punkte.

FRANKFURT/M. Endlich ist das Wachstumssegment seinen Namen mal wieder gerecht geworden. Dank freundlicher Vorgaben von der als Leitbörse für Technologiewerte geltenden Nasdaq in New York legten die meisten Aktienkurse am Dienstag kräftig zu. Rund zwei Drittel der inzwischen 339 am Neuen Markt notierten Titel notierten am Abend im Plus. Auch wenn sich der Nemax 50 wieder oberhalb der psychologisch bedeutsamen 1 600-Punkte-Marke stabilisierte, gaben Aktienhändler noch keine Entwarnung. Es handele sich lediglich um eine Erholungsphase in einem intakten Abwärtstrend, hieß es auf dem Parkett. Auch eine Zinssenkung in den USA werde das Stimmungsbild nicht nachhaltig ändern. Letztlich könnten nur solide Unternehmenszahlen das Vertrauen der Anleger in den Neuen Markt zurückerobern

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Wieder etwas an Boden gut machen konnten die Biotechnologie-Werte, die in den vergangenen Tagen kräftig unter Druck geraten waren. Der Branchenindex kletterte um 3,9 %. Die Papiere der im Nemax 50 vertretenen GPC Biotech AG kletterten bis zum Handelsschluss um mehr als 17 % auf 12,81 Euro. Dabei dürfte es sich um eine technische Gegenreaktion handeln, denn der Titel hatte am Vortag erst ein Jahrestief bei 10,51 Euro markiert. Zweistellige Zuwächse verbuchten auch Evotec Biosystems und Genescan. Evotec verteuerten sich um 6,4 % auf 19,20 Euro. Genescan lösten sich ebenfalls von seinem Allzeittief und schlossen um 30 % fester bei 13,40 Euro.

Den stärksten Zuwachs verbuchten die im Industrie-Index des Neuen Marktes zusammengefassten Titel, die durchschnittlich um rund 6,8 % zulegten. Ebenso uneinheitlich wie die Geschäftsfelder der darin vertretenen Unternehmen waren allerdings auch die Kursbewegungen: Während die Logistiker Thiel (plus 8,4 %), D.Logistics (plus 10,5 %) und Microlog (plus 3,9 %) fester schlossen, fiel der Kurs des Automobilzulieferers Sachsenring um beinahe 4 % auf 5,80 Euro. Das Unternehmen hatte Montagnacht mitgeteilt, im Jahr 2000 einen Verlust verbucht zu haben. Von guten Zahlen profitierten dagegen erneut die Aktien des Reparaturdienstleisters Teleplan, die um mehr als 13 % auf 30 Euro stiegen. Für das Kursplus von 6 % bei Pfeiffer Vacuum machten Händler eine Kaufempfehlung von HSBC verantwortlich.

Integra erhält die Quittung für gestiegene Verluste

Trotz der insgesamt versöhnlichen Stimmung bekam der französische Internet-Dienstleister Integra deutlich zu spüren, dass die Anleger alles andere als bereit sind, die in der Branche immer noch üblichen hohen Verluste einfach hinzunehmen. Das Unternehmen, das seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 51,3 Mill. Euro in etwa versechsfachte, verbuchte beim Verlust einen Anstieg um den Faktor Sieben. Vor Steuern, Zinsen und Goodwill-Abschreibungen ist der Fehlbetrag mit 46,4 Mill. Euro beinahe ebenso hoch wie der Umsatz. Hauptgrund für den Anstieg sei die Neubewertung der Tochter Infostream ASA. Sie habe einmalige Goodwillabschreibungen in Höhe von 207,5 Mill. Euro notwendig gemacht. Den norwegischen Internet-Dienstleister hatte Integra im vergangenen Jahr gegen eigene Aktien im Wert von damals rund 270 Mill. Euro übernommen. Nicht nur die Bewertung der Tochter, sondern auch die von Integra selbst hat sich nicht erst seit dem gestrigen Kursabschlag von nahezu 14 % auf 2,92 Euro jedoch gewaltig verringert. Als das Tauschangebot im Januar 2000 publik wurde, hatten die Papiere noch mehr als 180 Euro gekostet.

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