Kurseinbruch nach enttäuschendem Quartalsergebnis
Börse straft Lufthansa ab

Aktien der Lufthansa AG sind nach der Veröffentlichung enttäuschender Quartalszahlen für das operative Geschäft eingebrochen. Bei sehr hohen Umsätzen rutschte der Kurs am Freitag bis 10.40 Uhr um 5,39 Prozent auf 20,02 Euro.

dpa-afx FRANKFURT/M. Aktien der Lufthansa AG sind nach der Veröffentlichung enttäuschender Quartalszahlen für das operative Geschäft eingebrochen. Bei sehr hohen Umsätzen rutschte der Kurs am Freitag bis 10.40 Uhr um 5,39 Prozent auf 20,02 Euro.

"Der Gewinnsturz von 99 Mio. Euro letztes Jahr auf nur 5 Millionen heute ist sehr hart", sagte Analyst Uwe Weinreich von der Bankgesellschaft Berlin. Der außerordentlich hohe Aktien-Umsatz lasse auf Verkäufe von institutionellen Anlegern schließen, die sich ein besseres Ergebnis versprochen hatten, sagte er.

Weinreich warnte allerdings davor, die Zahlen zu hoch zu bewerten. "Man darf von den schlechten Quartalszahlen nicht auf das ganze Jahr schließen. Im letzten Jahr machte das erste Quartal gerade 10 Prozent des Jahresergebnisses aus", betonte der Analyst.

Zudem hielt Weinreich es für wahrscheinlich, dass Lufthansa einige Kosten in das erste Quartal gesteckt habe, um den Rest des Jahres nicht zu belasten. Dazu dürften IT-Ausgaben zählen, wie auch Personalkosten, sagte er.

Weinreich hält an seiner "Halten"-Bewertung für den Lufthansa-Titel fest. "Ich bin nach diesen Zahlen aber nicht pessimistischer als vorher", sagte er. "Alles hängt am Jahresausblick, der am Nachmittag kommt", so Weinreich. "Wenn Lufthansa-Chef Schneider sagt, dass der Gewinn um 10 Prozent unter dem Vorjahresgewinn liegt, dann liegt er wieder mitten in der Markterwartung", sagte der Analyst.

Das Bankhaus Metzler hat die Aktien der Deutschen Lufthansa dagegen weiter zum "Verkauf" empfohlen. Analyst Jürgen Pieper sagte, die Zahlen seien sehr schwach und enttäuschend ausgefallen. Der Gewinnrückgang sei in dieser Größenordnung nicht zu erwarten gewesen. Pieper hatte die Lufthansa-Aktie vor zwei Tagen von "Halten" auf "Verkaufen" gestuft.

Weiterhin würden sich die Tarifverhandlungen mit den Piloten als Unsicherheitsfaktor erweisen. Auf die Frage, ob die Lufthansa möglicherweise bewusst die Kosten im ersten Quartal hoch gefahren hat, um bessere Karten im Tarifpoker zu haben, antwortete Jürgen Pieper: "Das wäre zumindest denkbar. Ich gehe ganz ehrlich davon aus, dass die Zahlen in der Realität etwas besser sind, als die ausgewiesenen 5 Millionen Euro Gewinn".

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