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Kursfeuerwerk an der Wall Street

Wann haben Sie denn das letzte Feuerwerk gesehen? In Disney Land erleuchten sie jeden Abend den Himmel. An der Wall Street sind sie zur Seltenheit geworden. Am vergangenen Donnerstag war es dann endlich einmal wieder so weit. Nachdem Kursverluste die US-Indizes zum Wochenbeginn auf die niedrigsten Stände seit drei Monaten verbannt hatten, gab es am Donnerstag endlich die verdiente Erholung für die US-Anleger. Der Nasdaq Index kletterte um über fünf Prozent. Das gab es das letzte Mal vor einem Vierteljahr. Die Debütanten der Ergebnissaison gaben ihr Stelldichein. Motorola konnte insbesondere mit seinen Quartalszahlen positiv überraschen. Zwar schwächeln das Handy- und Chipgeschäft immer noch, aber die Erwartungen der Wall Street wurden übertroffen.

Auch Yahoo, der Indikator für die Verfassung der Internetbranche, präsentierte bessere Geschäftszahlen als erwartet. Doch von einem Ende der Krise kann nach wie vor keine Rede sein. Ein Drittel der Werbekunden von Yahoo kommt aus dem heiklen Internetbereich. Ein Sektor, in dem gespart wird und viele Firmen bankrott gehen. Auch die Aktien von Ebay, Amazon und AOL Time Warner konnten von den guten Zahlen profitieren. Henry Blodget, Analyst von Merrill Lynch, unterstützte den Trend und stufte die Aktie von Yahoo auf kurze Sicht von "neutral" auf "akkumulieren" herauf.

Der Zuspruch der Analysten war auch Microsoft sicher. Der Softwaregigant erhöhte die Umsatzerwartungen für das vierte Quartal um 300 Millionen auf 6,6 Milliarden Dollar. Der Konzern konnte insbesondere mit den teureren Programmen Geld verdienen, dazu gehört auch das Betriebssystem Windows 2000. Credit Suisse First Boston stufte die Aktie des weltgrößten Softwarekonzerns von "kaufen" auf "aggressiv kaufen" herauf. Das Kursziel für die kommenden zwölf Monate hoben die Analysten von 75 auf 100 Dollar an. Prudential Securitites blieb bei "kaufen" mit einem Kursziel von 90 Dollar.

Mit General Electric (GE) hat auch das teuerste Unternehmen der Welt die Dreimonats-Bilanz vorgelegt. Der Mischkonzern konnte den Gewinn steigern, der Umsatz ging leicht zurück. Letztlich blieben im vergangenen Quartal fast vier Milliarden Dollar Gewinn übrig. Jack Welch, seit zwei Jahrzehnten an der Spitze von GE, wird Anfang September das Unternehmen verlassen. Er äußerte sich in dieser Woche über die Zukunft des Konzerns. Es gab Vorwürfe, dass Jack Welch die Übernahme von Honeywell nicht genügend unterstützt hätte. Möglicherweise hat auch der Nachfolger, Jeff Immelt dazu geraten, die ganze Geschichte abzublasen. Jack Welch wies jedoch jegliche Vorwürfe in dieser Hinsicht zurück.

Am Freitag bauten die US-Märkte die Kursgewinne weiter aus. Obwohl Gewinnwarnungen, pessimistische Prognosen und gemischte Quartalergebnisse die Stimmung zunächst trübten, siegte schließlich die Zuversicht. Nun dürfen die Anleger über das Wochenende eine Verschnaufpause einlegen. Gespannt warten sie nächste Woche auf die Veröffentlichung von rund 180 Quartalsergebnisse der S&P 500-Werte. Ob es nun wieder öfter am Börsenhimmel knallt und glitzert?

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