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Kursflaute am Ostermontag

Die Wall Street hat sich am Montag keinen Feiertag geleistet. Gelohnt hat sich der Handelstag für Investoren jedoch nicht. Blue Chips konnten sich zu Börsenschluss immerhin leicht im Plus behaupten. Der Nasdaq Composite hatte in der gesamten letzten Woche in den schwarzen Zahlen geschlossen. Am Montag tendierte der Index rund 2,5 Prozent schwächer.

In dieser Woche werden Quartalszahlen das bestimmende Thema in New York sein. Über 1.000 Firmen werden ihre Geschäftszahlen vorlegen. Laut First Call werden Technologieunternehmen sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von bis zu 38 Prozent melden. In diesem Umfeld dürften sich die Märkte schwer tun, die jüngste Rally weiter fortzusetzen.

Negative Stimmung ging am Montag vom Chipsektor aus. Die Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter rechnet vor dem Ende des dritten Quartals nicht mit einem anhaltenden Aufwärtstrend von Halbleitertiteln. Auch Dan Niles von Lehman Brothers warnt davor, dass es bei Intel, Advanced Micro oder der PC Industrie zu früh sei von einem Erreichen des Bodens zu sprechen. Dem Rat folgend haben Schnäppchenjäger die jüngste Rally genutzt, um Gewinne einzustreichen. Die Aktie des Chipgiganten Intel tendierte rund sechs Prozent schwächer. Das Unternehmen wird am Dienstag Quartalszahlen vorlegen.

Die nächste Hiobsbotschaft hat die Wall Street nach Börsenschluss erschüttert. Der Netzwerkkonzern Cisco Systems wird die ursprünglichen Verkaufsschätzungen deutlich verfehlen. Anfang Februar hatte das Management die Prognosen für das dritte Quartal bereits leicht gesenkt und war davon ausgegangen, dass die Verkaufszahlen stagnieren. Nun wird der Umsatz voraussichtlich 30 Prozent schwächer ausfallen als im zweiten Quartal. Als erste Maßnahme hat Cisco angekündigt, 8.500 Arbeitsplätze zu streichen. Dadurch werden im dritten Quartal zusätzliche Kosten in Höhe von 800 Millionen Dollar bis 1,2 Milliarden Dollar anfallen. Zumindest für Technologieaktien dürften die Vorzeichen für den Handel am Dienstag damit vorgegeben sein.

Kursstützen kamen am Montag aus den Bereichen Gesundheit und Öl. Pharmaaktien behaupten sich im Umfeld schwächerer Kurse von Technologiewerten des öfteren freundlich. Zusätzliche Kursphantasien wurden von Eli Lilly geweckt. Der Hersteller des Antidepressiva Prozac hat die Gewinnerwartungen im ersten Quartal leicht übertroffen und wird die Prognosen für das zweite Quartal voraussichtlich ebenfalls schlagen. Einer der größten prozentualen Gewinner im Dow Jones Index war Exxon Mobil, nachdem die Benzinpreise auf den nahezu höchsten Stand seit neun Monaten gestiegen sind.

Am Dienstag werden mit den Verbraucherpreisen wesentliche Inflationsindikatoren veröffentlicht. Zudem dürften Geschäftzahlen, unter anderem von General Motors, Intel, Eastman Kodak, Texas Instruments und Philip Morris, für genug Gesprächsstoff sorgen. Und angesichts der Horrornachricht von Cisco werden die übrigen Unternehmensmeldungen eine zusätzliche Brisanz erhalten.

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