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Kursgewinne auf Eis

Es herrscht zur Zeit keine glückliche Stimmung an New Yorks Aktienmärkten. Ertragswarnungen, die abkühlende US-Konjunktur und die Schwäche der Technologieaktien nehmen dem Markt die vorweihnachtliche Stimmung.

Sorgen um rückläufiges Gewinnwachstum bestätigen sich nun. Betrug die Wachstumsrate der Unternehmensgewinne im ersten Quartal 2000 noch 23,6 Prozent, im zweiten 21,6 Prozent, setzt sich die negative Tendenz im dritten Quartal fort. Im vergangenen Vierteljahr gingen die Zuwachsrate drastisch auf 18,3 Prozent zurück. Das Spiegelbild der Entwicklung findet man in den sich häufenden Gewinnwarnungen der großen Unternehmen. Motorola ist nach Altera, Apple und Gateway ein weiteres Unternehmen, dass die Anleger auf enttäuschende Quartalszahlen vorbereitete.



Unter Abgabedruck geriet am Donnerstag erneut der Technologiesektor. Für den Flächenbrand waren unter anderem pessimistische Kommentare von Merrill Lynch verantwortlich. Die Lager der Kunden seien nach wie vor gefüllt. Die Bewertung habe bereits bei der letzten Korrektur eine große Rolle gespielt. Die am höchsten bewerteten Aktien verlieren nun am meisten an Wert. Ähnliche Tendenzen waren in der Frühjahreskorrektur zu sehen.



Anleger schichteten ihr Kapital um und investierten in Pharma- und Ölwerte. Die Kursgewinne bei Pfizer und Merck, die kommende Woche ein Anaylstentreffen abhalten, und Exxon konnten die Verluste des Dow Jones begrenzen. Konsumschwergewichte Procter& Gamble und Johnson & Johnson erfreuten sich ebenfalls reger Beliebtheit.



Eli Lilly

tendierte um fast drei Prozent stärker, nachdem Goldman Sachs den Wert auf der Empfehlungsliste bestätigt hat. Goldman Sachs loben insbesondere die Forschungserfolge im Biotechnologiebereich. Schwer hatte es am Donnerstag der Spielzeugsektor. Der Umsatz des Industriezweigs ging in diesem Jahr um rund 31 Prozent zurück. Spielzeughersteller Hasbro meldete enttäuschende Verkaufszahlen. Gleichzeitig korrigierte der zweitgrößte Spielwarenhersteller der USA seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Prognostiziert wird ein Verlust zwischen zehn und 20 Cents pro Aktie.



Das Brokerhaus Lehman Brothers stellt die Glaubwürdigkeit des Managements von Hasbro in Frage und stuft die Aktie mit "neutral" ein. Die Analysten von Merrill Lynch ziehen nach und korrigieren die Gewinnerwartungen für Barbie-Puppen-Hersteller Mattel nach unten. Das Unternehmen profitiere Jedoch langfristig von einem guten Management und einem neuen CEO. Sie empfehlen die Aktie langfristig interessierten Anlegern zum Kauf. Gewitterstimmung herrschte auch bei Yahoo. Die Aktie des Internetportals gab in den vergangenen zwei Tagen mehr als ein Viertel des Börsenwertes ab. Henry Blodget hat die Gewinn- und Umsatzerwartungen für das Unternehmen reduziert.



Der gesamte Softwarebereich hatte unter einer Abstufung von Microsofts zu leiden. Goldman Sachs reduzierte die Erwartungen für den Softwarekonzern auf Grund der schleppenden PC-Verkäufe nach unten. Da das PC-Geschäft lediglich zehn Prozent des Gesamtumsatzes von Microsoft betrifft, wurden die Erwartungen allerdings nicht drastisch gekürzt. Microsoft führte die Verliererliste des Dow Jones an.

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