Kursgewinne nach Index-Aufnahme
MSCI nimmt Henkel-Aktie in Index-Familie auf

Die Aufnahme der Aktie des Konsumgüterproduzenten Henkel in den Standard Germany-Index des weltweit größten Indexanbieters Morgan Stanley Capital International (MSCI) hat den Kurs am Freitag zeitweise deutlich beflügelt.

Reuters FRANKFURT/M. Die Papiere der im Deutschen Aktienindex (Dax) gelisteten Henkel stieg zwischenzeitlich auf ein Jahreshoch von 73,50 Euro. "Die Aufnahme in den Index ist von Vorteil für die Aktien und verschafft dem Wert mehr Aufmerksamkeit", sagte Sven Madsen, Analyst bei der BHF-Bank. MSCI bietet eine Vielzahl von länderübergreifenden wie länderspezifischen Indizes an, die Fondsmanager in ihren Portfolios nachbilden. Am Mittag lag der Henkel-Kurs noch 0,76 Prozent im Plus bei 72,05 Euro.

Die Aufnahme der Henkel-Vorzugsaktie in den Standard Germany-Index erfolge zum 31. Mai, hatte MSCI am Donnerstagabend mitgeteilt. Hintergrund sei die quartalsmäßige Überprüfung der Indizes von MSCI sowie deren laufende Umstellung auf Streubesitzgewichtung. MSCI hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die Gewichtung der Aktien in den Indizes auf die Marktkapitalisierung des so genannten Streubesitzes ("Free-Float") umzustellen. Als Streubesitz gelten nur die frei handelbaren Aktien eines Unternehmens. Größere Anteilspakete werden dabei nicht als frei handelbar angesehen. Auch die Deutsche Börse wird im Juni ihre Börsenbarometer auf Streubesitz umstellen. Früher legten die Börse wie auch MSCI bei der Berechnung der Marktkapitalisierung und damit der Indexgewichtung alle zum Handel zugelassenen Aktien einer Gesellschaft zu Grunde. Die derzeit laufende Umstellung hat zum Ziel, die Gewichtung einer Aktie in einem Index stärker an deren tatsächliche Handelbarkeit anzupassen.

Deutschland wird früheren Angaben von MSCI zufolge nach dieser Umstellung, die Ende kommenden Monats abgeschlossen sein wird, in den Indizes insgesamt niedriger gewichtet sein. Grund ist der im internationalen Maßstab im Schnitt geringere Streubesitzanteil deutscher Aktiengesellschaften. Analysten erklärten dies damit, dass die Konzerne untereinander stärker verflochten seien und der Familienbesitzanteil im Schnitt traditionell höher sei.

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