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Kursgewinne nach Thanksgiving

Jetzt ist es amtlich. Die New Yorker Börsen befinden sich in einem Bären-Markt. Die Indizes wollen einfach nicht mehr gen Himmel streben. Der Nasdaq Index hat seit Jahresanfang rund 30 Prozent verloren. Der Dow Jones-Index steht mit einem Minus von rund zehn Prozent da noch etwas besser da. Besonders die Wachstumswerte florieren nicht mehr so wie einst. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Nasdaq Composite-Index am Montag unter die 3000er-Marke gerutscht und sie bislang nicht mehr erklimmen konnte.

Am Anfang der Woche musste Oracel erneut den Abgang eines Top-Managers verschmerzen. Konsequenz der Anleger: Die Aktie des Anbieters für Datenbanksoftware fiel auf ein 52-Wochentief. Auch Yahoo landete unsanft auf dem Jahrestiefstand, nachdem sich Experten erneut kritisch zur Entwicklung der Werbeeinnahmen geäußert hatten.



Ebenfalls in aller Munde war vergangene Woche Quaker Oats. Das Übernahmegerangel um den beliebten Frühstücksflocken-Hersteller bekam stetig neue Fassetten. War ursprünglich einmal PepesiCo an dem Unternehmen interessiert gewesen, hob Coca-Cola diese Woche den Finger. Der französische Konkurrent Danone SA bekundete ebenfalls Interesse. Doch nach einer rasanten Woche beendeten nach Coca-Cola auch Danone SA die Übernahmegespräche mit Quaker Oats. Die finanziellen Vorgaben der Transaktion seien für die Aktionäre von Danone nicht von Vorteil, begründete das Management seine Entscheidung. Jetzt muss Quaker Oats das Angebot von Pepsi noch einmal überdenken, dass der Produzent von Frühstücksflocken und dem attraktiven Sportgetränk Gatorade vor zwei Wochen abgelehnt hatte. Quaker Oats verlor zum Wochenende fast vier Prozent.



Der Kurs von DaimlerChrysler hat in den vergangenen Monaten stark gelitten. Dagegen vorgehen soll nun Dieter Zetsche an der Spitze von Chrysler und deutsche Technologie. Maschinen aus deutschen Landen in amerikanische Fabriken sollen Produktionsprozesse flexibler machen. Obwohl die Nachfrage nach manchen Chrysler-Modellen durchaus vorhanden ist, erlauben es die starren Strukturen nicht, genug zu produzieren. Andererseits stehen sogar in einigen Werken die Fließbänder still. Das soll nun anders werden. Trotzdem glaubt Michael Brynstens vom Investmenthaus Prudential Securities nicht, dass sich der Konzern - also speziell die Chrysler-Sparte - in nächster Zeit erholen wird.



Marktbewegend waren auch die vergangene Woche wieder die Neuigkeiten von den US-Präsidentschaftswahl, die mittlerweile zur Groteske geworden sind. Die Börse nahm es aber keineswegs gelassen, sondern reagiert sehr sensibel und geradezu simultan zu den gerichtlichen Entscheidungen, die die per Hand-Auszählung oder Nicht-Auszählung der Stimmzettel begleiten. Einige Investmenthäuser rieten auch dazu, während die Fronten noch ungeklärt sind, sich mit großem Engagement an der Börse zurück zu halten.



Während sich sie Anleger vor Thanksgiving auch daran zu halten schienen, kamen sie gut gelaunt und mit Kaufstimmung aus dem Feiertag zurück. Der Nasdaq legte alleine am Freitag im Tagesvergleich fast fünf Prozent an Punkten zu.



Was die kommenden Wochen betrifft, konzentrieren die Anleger ihr Augenmerk auf das nun anstehende Weihnachtsgeschäft. Mit einer zufriedenstellenden Entwicklung der Einnahmen sei zu rechnen, aber es werde nicht so gut laufen wie in den letzten Jahren, sagen Experten. Der Optimismus ist sehr verhalten. Kein Wunder. Die Zinsen sind gestiegen, Öl- bzw. Benzinpreise sind auf hohem Niveau, das sitzt den Amerikanern das Geld auch nicht mehr ganz so locker in der Tasche. Auch wenn in den USA fast Vollbeschäftigung herrscht und sich die Einkommen nach oben anpassen. Wenn aber jemand von dem Weihnachtsgeschäft profitieren sollte, dann sind es am ehesten die Online-Verkäufer. Als da wären Toys R Us, Etoys, Best Buy oder auch - der Klassiker - Amazon. Drei Marktforschungsinstitute gehen davon aus, dass sich die Umsätze gegenüber dem Vorjahr verdoppeln werden. Immer mehr Konsumenten bleiben also zu Hause, wenn sie Geschenke einkaufen.



Im Wochenvergleich verlor der Dow Jones-Index anderthalb Prozent, er notiert bei 10470 Punkten. Die Nasdaq beendete die Woche bei 2904 Punkten und büßte damit 4 Prozent ein.

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