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Kursgewinne nach überraschender Zinssenkung

Was für ein Tag! Zur Mittagszeit holte die US-Notenbank die Märkte aus ihrer Lethargie. Unerwartet gab Fed-Chef Alan Greenspan die Senkung der US-Leitzinsen um 50 Basispunkte auf sechs Prozent bekannt. Die Notenbank reagierte damit bereits vor der nächsten offiziellen Sitzung am 31. Januar auf die weiter abkühlende US-Konjunktur und die rückläufigen Verkaufszahlen im Einzelhandel.

Anleger hatten erst Ende Januar mit einer Zinssenkung gerechnet. Um so stärker verbreitete sich die gute Nachricht wie ein Lauffeuer auf dem Parkett der Wall Street. Zuletzt hatte die Fed die Leitzinsen vor zwei Jahren reduziert. Eine Senkung von 50 Basispunkten ist sogar bereits neun Jahre her. Das passierte nicht alle Tage, die Märkte reagierten prompt. Der Nasdaq Index legte bis zu 14 Prozent an Punkten zu, nachdem er am Vortag noch einen Verlust von sieben Prozent den siebtgrößten Verlust seiner Geschichte zu verkraften hatte. Den Dow Jones Index trieb die frohe Botschaft bis zu 2,5 Prozent ins Plus.



Doch die Notenbank erhöhte nicht nur die Leitzinsen, sondern legte sogar noch einen drauf. Sie schloss eine weitere Zinssenkung um zusätzliche 25 Basispunkte nicht aus. Zusätzlich reduzierte sie den Basiszinssatz für Kreditkosten, der innerhalb des US-Bankensystems für kurzfristige Ausleihungen berechnet wird, um 25 Basispunkte auf 5,75 Prozent.



Zur Wochenmitte erlebte die Wall Street einen der handelsreichsten Börsentage. Rund 2,6 Milliarden Aktien wechselten am Mittwoch den Besitzer. Zu den Gewinnern der Zinssenkung gehörten zur Wochenmitte vor allem die Aktien des Computer-, Soft- und Hardware- und Kommunikationssektors. Sie hatten im Laufe des vergangenen Jahres hatten diese Sektoren Teile ihres Börsenwertes abgegeben. Nun können sie wieder Punkte gut machen.



Der Morgan Stanley High-Tech-Index schnellte fast 15 Prozent in die Höhe. Der Philadelphia Index des Chipsektors legte bis zu 16 Prozent an Wert zu. Computer-, Software- und Chipwerte dürfen vom steigenden Investitionsvolumen der Unternehmen und Konsumenten profitieren, nachdem die niedrigeren Zinsen Investitionen nun günstiger machen. Auch EMC, der Anbieter von Speicherlösungen konnte sich von den Verlusten des Vortages erholen. Nachdem Robertson Stephens am Dienstag mit pessimistischen Prognosen auf dem Sektor für ein Kursgewitter gesorgt hatte, kletterte die Aktie am Mittwoch fast 23 Prozent ins Plus.



Vor allem Finanztitel erfreuten sich extremer Beliebtheit. Auch ihnen stehen steigende Unternehmensgewinne ins Haus, sobald die Finanzierung von Krediten wieder günstiger ist.



Weniger erfreulich sieht es dagegen bei den Öl-, Gas-, Pharma- und Tabakaktien aus. Die Werte haben rosige zwölf Monate hinter sich, gehören heute aber zu den größten Verlierern. Exxon, Philip Morris, Prokter & Gamble, Merck und Johnson & Johnson führten die Verliererliste des Dow Jones Index an.

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