Kursgewinne von Rhein Biotech und T-Online retten Indizes nicht
Neuer Markt: Biotechs im Rampenlicht

Wieder einer weniger: Nach der Übernahme durch den Schweizer Wettbewerber Berna Biotech wird der Impfstoffspezialist Rhein Biotech vom Kurszettel des Neuen Marktes verschwinden. Da eine ansehnliche Prämie gezahlt wird, nahmen die Anleger den gesamten Sektor unter die Lupe. Der Nemax 50 verlor unterdessen 0,9 Prozent auf 813 Punkte. Der Nemax All Share notierte bei 857 Punkten (minus 0,6 Prozent).

FRANKFURT/M. Der Neue Markt schrumpft weiter. Nach dem attraktiven Übernahmeangebot für die Aktien des niederländischen Impfstoffspezialisten Rhein Biotech N.V. ist es wahrscheinlich geworden, dass das Wachstumssegment ein weiteres Mitglied verliert, dessen Geschäftsmodell tragfähig ist. Doch die Trauer der Anleger über den bevorstehenden Verlust hielt sich in Grenzen. Zusammenschlüsse mit Konkurrenten sind ja gerade in der frühen Unternehmensphase, in der sich die meisten Neue-Markt-Firmen befinden, keine Seltenheit und zumeist kein Drama, da sich die Integration weit weniger schwierig gestaltet als bei größeren Konzernen.

Auch den Fusionskandidaten Berna Biotech und Rhein Biotech sagen die Analysten eine funktionierende Partnerschaft voraus: Die Unternehmensstrategie und die Produkte sollen gut zusammenpassen. Da Berna darüber hinaus auch noch bereits ist, mit 68,50 Euro pro Aktie im Vergleich zu den Durchschnittskursen der Vortage eine Prämie von über 40 % zu bezahlen, wurde das Übernahmeangebot mit einem Kursplus gefeiert. Bis zum Abend verteuerte sich das Rhein-Biotech-Papier um 17,43 % auf 62,24 Euro. So viel wurde für die Aktie seit Mitte Februar nicht mehr gezahlt.

In den Blickpunkt rutschten aber auch andere Werte aus dem Biotechnologie- und Medizintechnikbereich, die trotz des schwachen Marktumfeldes teilweise deutliche Zuwächse verbuchen konnten. So kletterten die Papiere von Medigene um 4,95 % auf 8,91 Euro. Curasan verbuchten ein Plus von 6,12 % auf 2,60 Euro. Dank eines Großauftrags im Volumen von mindestens 35 Mill. Euro aus den USA erhöhte sich der Börsenwert des Medizintechnikanbieters Biolitec sogar um fast ein Viertel.

Für die meisten Titel sah es allerdings nicht so rosig aus. Obwohl neben Rhein Biotech auch die Schwergewichte T-Online (+ 2,22 auf 10,60 Euro) und United Internet (+ 4,24 auf 5,90 Euro) zulegen konnten, notierten die im Nemax 50 vertretenen größten Titel am Abend durchschnittlich um 0,9 % leichter bei 813 Punkten. Der Gesamtmarktindex notierte nahezu unverändert bei 857 Punkten (minus 0,6 %). Die Aktie des Online-Wettbüros E.multi wurde am späten Nachmittag vom Handel ausgesetzt. Das Unternehmen stellte wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag - als elfte Neue-Markt-Firma allein in diesem Jahr. Bis dahin hatte das Papier fast die Hälfte an Wert verloren.

Um 12,5 % im Minus notierte die Aktie des Braunschweiger Softwareanbieters Gedys. Zuvor hatte sein im Sanierungsverfahren befindliche Konkurrent Teamwork angekündigt, dank einer Kooperation mit der Indocs Solutions GmbH künftig auch Gedys-Produkte zu vertreiben. Das half allerdings auch dem Teamwork-Kurs nicht: Er sank um gut 10 %.

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