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Kursgewinne zum Wochenschluss

Zum Wochenschluss drücken die US-Märkte noch einmal richtig aufs Gas. Der Dow Jones Index gewinnt über zwei Prozent an Wert.

Vor allem IBM, Mircosoft und 3M stehen zur Mittagsstunde auf dem Siegertreppchen. Der technologielastige Nasdaq Index schießt sogar 3,2 Prozent ins positive Terrain. Auftrieb geben den Märkten am Freitag die gute Unternehmensmeldungen von Cisco, Lucent und Novell. Zudem unterstützen die jüngsten Wirtschaftsdaten die Wochenendvorfreude.

Die Verkäufe neugebauter Eigenheime stieg im Juli unerwartet stark an. Statt der prognostizierten Zahl von 919 000 wurden im vergangenen Monat insgesamt 950 000 Häuser verkauft. Ein gutes Zeichen für die Erholung der US-Wirtschaft.

Die Auftragseingänge bei langlebigen Gütern gingen im Juli dagegen um 0,6 Prozent zurück. Damit liegen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Noch im Vormonat waren die Auftragseingänge um 2,6 Prozent eingebrochen. Die Anleger scheinen aber dennoch mit dem Trend zufrieden zu sein.

Dominantest Unternehmensmeldung ist am Freitag die von Cisco Systems. Der Netzwerkkonzern hat am Donnerstag nach Handelsschluss die Geschäftsprognosen für das laufende Quartal bestätigt und trifft damit den Nerv der Anleger. Denn die bangen einmal mehr um die Erholung der Unternehmensgewinne und greifen nach jedem Strohhalm. Erst gestern Nachmittag hatten Auszüge aus dem Protokoll der Juni-Sitzung der US-Notenbank darauf gedeutet, dass eine baldige Erholung der US-Wirtschaft noch auf sich warten lassen werde. Die Investitionsausgaben seien in den kommenden Monaten voraussichtlich niedriger als bisher erwartet, so das Protokoll.

Somit sind Ciscos Nachrichten Balsam auf die Wunden der Markteilnehmer. Der Netzwerkausrüster habe in den ersten Wochen des Quartals bereits zufriedenstellende Ergebnisse geliefert und sei auf dem besten Weg, die Vorhersagen für das Gesamtquartal zu erfüllen, sagte Ciscos Vorstandsvorsitzender John Chambers. Cisco wird Restrukturierungsmaßnahmen durchführen und sein Unternehmen in elf Geschäftsbereiche einteilen. Credit Suisse First Boston stuft das Papier mit "kaufen" ein. Dresdner Kleinwort Wasserstein rät Anlegern dagegen, sich von den Aktien zu trennen. Die Anleger scheinen sich für "Kaufen" entschieden zu haben. Die Aktie notiert auf der Gewinnerliste der Nasdaq Werte mit einem Plus von 3,5 Prozent ganz oben.

Von den guten Nachrichten profitiert auch der Sektor der Kommunikations-Chips. Ist die Geschäftsentwicklung bei Cisco gesichert, dürfte es auch die der zuliefernden Chipindustrie wieder besser gehen. Die Aktien von Vitesse, PMC-Sierra, Broadcom und Applied Materials gewinnen an Wert.

Neuigkeiten vom Schlachtfeld der Microsoft-Prozesse bewegen ebenfalls die Gemüter. Das US-Berufungsgericht in Washington, D.C. hat die Klage gegen den Software-Riesen Microsoft am Freitag an ein untergeordnetes Gericht weitergegeben. Das Bezirksgericht soll nun entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um eine weitere monopolistische Entwicklung des Unternehmens zu verhindern. Außerdem soll verhandelt werden, ob und wie Microsoft für eventuelle bisherige Monopolrechtsverletzungen verurteilt und bestraft werden könnte. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, durch Einbindung des Internet-Programms Explorer in das Betriebssystem Windows das bestehende Monopol unzulässiger Weise aufgebaut zu haben. Die Aktie legt im Vormittagshandel um über drei Prozent zu. Kursgewinne bei Microsoft, Intel und Oracle treiben das Börsenbarometer ebenfalls in die Höhe.

Über positive Zukunftsperspektiven freuen sich die Anleger auch bei Lucent Technologies. Der US-Telekomausrüster rechnet ab Herbst 2002 mit schwarzen Zahlen. Das teilte das Management auf einem Analystentreffen mit. Vor allem durch verstärkte Sparmaßnahmen soll ein positive Ergebnis erzielt werden. Für das Geschäftsjahr 2003 erwartet das Management zudem ein Umsatzwachstum in Höhe von zehn bis zwölf Prozent. Das Papier von Lucent klettert um fünf Prozent ins Plus. Auch die Aktien von Juniper Networks, JDS Uniphase und Microsystems profitieren.

Novell zieht nach und bestätigt ebenfalls die Geschäftsprognosen - in diesem Fall für das gesamte Geschäftsjahr. Der Hersteller von Software zum Betrieb von Netzwerken hatte zwar im dritten Quartal Verluste zu beklagen, wird nach eigenen Angaben aber dennoch die Gewinnerwartungen der Analysten für das Gesamtjahr von zwei Cents pro Aktie erfüllen. Goldman Sachs stuft die Aktie mit "Market Performer" ein. Das Papier legt fünf Prozent an Wert zu.

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