Kursrutsch der Aktie
Das Werk senkt erneut Prognosen für 2001

Das Medienunternehmen Das Werk AG hat sein Prognosen für 2001 erneut gesenkt und damit einen Kursrutsch seiner Aktie ausgelöst. Nach einem hohen Verlust in den ersten neun Monaten werde für 2001 nunmehr ein Umsatz von 130 Millionen Euro erwartet, teilte die am Neuen Markt gelistete Gesellschaft in der Nacht zum Mittwoch mit.

Reuters FRANKFURT. Das Gesamtjahresergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde nun voraussichtlich bei ein bis zwei Millionen Euro liegen, sagte Finanzvorstand Babette Haas am Mittwoch auf einer Analystenkonferenz. Anfang November hatte das Unternehmen bereits mitgeteilt, seine schon gesenkte Umsatz- und Ergebnisprognose für 2001 zu verfehlen. Die Aktie von Das Werk fiel über 19 % auf 3,20 Euro.

Im August hatte Das Werk seine Umsatzprognose für 2001 auf 160 Mill. Euro von den zuvor anvisierten 170 bis 180 Mill. Euro gesenkt. Das Ebit wurde damals auf dem Vorjahresniveau erwartet, ebenfalls schon deutlich unter den ursprünglich geplanten 24 bis 26 Mill. Euro. Im Jahr 2000 hatte Das Werk bei einem Umsatz von 88,8 Mill. Euro ein Ebit von 13,2 Mill. Euro erzielt.

In den ersten neun Monate 2001 konnte die Gesellschaft nach eigenen Angaben ihren Umsatz auf 83,1 Mill. Euro von 45,8 Mill. Euro im Vorjahr steigern. Der Periodenfehlbetrag belaufe sich auf 8,1 Mill. Euro nach einem Überschuss von 3,3 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Verlust sei zu einem Großteil auf die anhaltend schlechte Werbekonjunktur und damit einhergehende Ausfälle im Kerngeschäft Postproduktion zurückzuführen, hieß es.

Keine Verbesserung des Werbeumfeldes erwartet

Für das kommende Jahr erwartet das Unternehmen den Angaben zufolge keine wesentliche Verbesserung des Werbeumfeldes. Über ein Restrukturierungsprogramm sollten deshalb ab dem kommenden Jahr rund fünf Millionen Euro jährlich eingespart werden. Im Rahmen dessen sollten die Personalkosten in den europäischen Postproduktionshäusern ab dem 1. Januar 2002 um 20 % gesenkt werden, unter anderem durch den Abbau von 60 Stellen und die Einführung einer Vier-Tage-Woche in einigen Bereichen. Für das Jahr 2001 werde zudem kein Weihnachtsgeld gezahlt.

Merrill-Lynch-Analyst Bernard Tubeileh sagte, die Zahlen zum dritten Quartal seien enttäuschender als erwartet. "Ich war überrascht, dass die Zahlen so stark zurückgenommen werden mussten. Offensichtlich ist Das Werk von der allgemeinen Werbeflaute doch stärker betroffen als vermutet", fügte Tubeileh hinzu, der die Aktie mit "Neutral" bewertet. Die angestrebten Einsparungen von fünf Millionen Euro jährlich seien "eine ganze Stange Geld". Es gebe jedoch zurzeit viele Restrukturierungsprogramme. "Ehe da nicht entsprechende Erfolge vorgewiesen werden können, muss man erst einmal abwarten."

Analyst Alexander Kachler von Merck Finck sagte, die Rahmenbedingungen für das kommende Jahr seien ziemlich unklar. Kachler wird nach eigenen Angaben seine Ergebnisschätzungen nach unten korrigieren und seine derzeitige "Halten"-Bewertung für die Aktie auf eine Herabstufung überprüfen. Die starke Abhängigkeit der Gesellschaft vom Werbemarkt sei jedoch auch eine Chance für das Unternehmen. Wenn die Konjunktur wieder anziehe, werde Das Werk sicher auch zu den ersten gehören, die davon auch profitierten, sagte Kachler.

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