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Kursrutsch in USA und Daimler-Chrysler belasten Dax

Ein deutlicher Kursrutsch bei Technologiewerten an der Wall Street auf Grund des weiterhin unsicheren Ausgangs der Präsidentenwahl hat Händlern zufolge die deutschen Standardwerte am Montag schwächer schließen lassen. Während sich der Dax mit einem Abschlag von 2,11 % auf 6609,48 Punkten verabschiedete, kam es am Neuen Markt im Handelsverlauf erneut zu Jahres-Tiefstständen in den Indizes.

rtr FRANKFURT. Der selektive Nemax-50-Index rutschte um 4,6 % auf 3506,44 Punkten, der alle Werte umfassende Nemax-All-Share gab um 3,94 % auf 3345,15 Zähler ab, womit beide knapp oberhalb ihrer zuvor erreichten Jahrestiefstände schlossen. "Die Techwerte in den USA drücken den Markt hier", sagte ein Händler. Insgesamt sei die Stimmung aber mies, fügte er hinzu.

"Es kommen keine positiven Nachrichten rein", sagte ein anderer Börsianer. "Die Wahl in den USA ist noch nicht entschieden, der Ölpreis ist weiterhin hoch und man weiß nicht, wie es im Mittlerern Osten weitergeht". Eine Anhörung von Demokraten und Republikanern soll vor dem Obersten Gericht in Florida entscheiden, ob Ergebnisse von Handauszählungen nachträglich in das offizielle Wahlrergebnis aus dem Bundesstaat einfließen dürfen. Das möglicherweise wahlentscheidende Verfahren ist für 20.00 Uhr MEZ an diesem Montag angesetzt.

An der Wall Street notierten die massgeblichen Indizes nach Börsenschluss in Deutschland im Minus. Der Dow Jones-Index rutschte 1,06 % auf 10 515 Punkte, der technologielastige Nasdaq-Composite-Index büßte 3,7 % auf 2915 Punkte ein. Händler führten den Kursrückgang auf Herunterstufungnen des Investmenthauses Morgan Stanley Dean Witter zurück.

Morgan Stanley hatte am Nachmittag (MEZ) ihr Kursziel für die schwergewichtigen Titel des Internetausrüsters Cisco auf 75 $ von 90 $ zurückgestuft, woraufhin die Aktie zwei Prozent auf 51 5/80 $ nachgab. Die Titel von Juniper Networks, Redback Networks gaben um mehr als 16 und neunProzent nach. Die Bank hatte sie ebenfalls heruntergestuft.

Beherrschendes Thema am deutschen Aktienmarkt war am Montag das Börsendebüt der Deutschen Post. Nach einem Ausgabekurs von 21 Euro bewegte sich die "Aktie Gelb" in einer Spanne zwischen 20,93 und 22,10 Euro und schlossen nach einem Händlern zufolge umsatzstarken Handel bei 21,40 Euro.

Ein weiterer großer Belastungsfaktor für die Stimmung waren erneut DaimlerChrysler, die ihre Talfahrt der vergangenen Woche fortsetzten und um 4,32 % auf 47,65 Euro nachgaben. Im Tagesverlauf hatten die Titel eine neues Tief bei 46,90 Euro markiert. Am Vormittag hatte mit Lehman Bros. eine weitere Investmentbank den Automobilkonzern herabgestuft und das Kursziel von 43 auf 39 Euro heruntergesetzt. Händler befürchten angesichts des Durchbruchs der Unterstützungslinie bei 50 Euro nun weitere Verluste, zumal sich die Negativ-Nachrichten in der jüngsten Vergangenheit gehäuft hätten.

Technologietitel, die am Vormittag noch auf der Gewinnerseite gestanden hatten, gaben am späten Nachmittag im Sog der Nasdaq ab, wie Händler erklärten. Siemens notierten 3,9 % tiefer auf 126,50 Euro. Die Titel der Deutsche Telekom gaben 3,92 % nach. SAP rutschten um 3,32 %.

Auf der Gewinnerseite standen die Titel von Preussag mit einem Kursplus von 2,8 % auf 38,55 Euro. Händler erklärten den Anstieg damit, Investoren schichteten ihr Geld in defensivere Werte um.

Der MDax für die mittelgroßen Werte schloss 0,54 % im Minus bei 4854,70 Punkten.



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