Kurssturz der HP-Aktie
Fusion von HP und Compaq soll 15 000 Stellen kosten

Beim Zusammenschluss der US-Computerkonzerne Hewlett-Packard und Compaq sollen weltweit 15 000 Stellen wegfallen. Aufstellungen nach Ländern gibt es nach Angaben der Unternehmen noch nicht, wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch berichtete.

dpa HAMBURG. Die IG Metall äußerte sich besorgt über einen möglichen Stellenabbau in Deutschland. Der Wert der Übernahme sank unterdessen nach einem Kurssturz der HP-Aktie von den angekündigten 25 Mrd. Dollar auf nur noch gut 20 Mrd. Dollar.

Die beiden Unternehmen haben nach Einschätzung des Marktforschungs Gartner Group-Unternehmens viele Positionen doppelt besetzt. Allein in Singapur könnten rund 4 000 Arbeitsplätze wegfallen, sagten Experten. Hewlett-Packard hat in Singapur 6 500 Mitarbeiter, Compaq 1000. In den vergangenen Monaten hatten die Unternehmen bereits unter dem Druck der Branchenkrise massiv Arbeitsplätze abgebaut. Compaq strich weltweit 8500 Stellen, davon 300 in Deutschland. HP baute bis zu 9000 Arbeitsplätze ab. Das neue Unternehmen soll weltweit 145 000 Mitarbeiter haben.

Die Talfahrt der Aktien beider Unternehmen setzte sich am Mittwoch fort. Die Aktie von Hewlett-Packard verlor im frühen Handel in New York weitere 0,37 % auf 18,80 Dollar, das Compaq-Papier gab 0,90 % auf 10,98 Dollar ab.

Die US-Börse hatte bereits am Dienstag die Übernahmepläne mit einem Kurssturz quittiert. Das HP-Papier war um fast 19 % auf 18,87 Dollar eingebrochen, die Compaq-Aktie um gut 10 % auf 11,08 Dollar gestürzt. Die Fusions-Pläne waren von Analysten kritisch beurteilt worden. Es sei unter anderem fraglich, wie die angekündigten Einsparungen von jährlich 2,5 Mrd. Dollar erreicht werden sollen.

Hewlett-Packard hatte die Übernahme von Compaq am Dienstag angekündigt. HP soll an dem gemeinsamen Unternehmen 64 % halten. Mit einem Umsatz von rund 87 Mrd. Dollar würde der neue Konzern direkt an den Weltmarktführer IBM anschließen. Die Übernahme soll bis Mitte 2002 über einen Aktientausch abgewickelt werden, Compaq-Aktionäre erhalten für ihr Papier 0,6325 neu herausgegebene HP-Anteilsscheine. Die Zustimmung der Aktionäre und Kartellbehörden steht noch aus.

Die Gewerkschaft IG Metall sieht in der Fusion die Chance für einen neuen Tarifvertrag in Deutschland mit Modellcharakter für die Branche, sagte der für HP zuständige IG Metall-Sekretär Uwe Meinhardt in einem dpa-Gespräch. Für die deutschen Compaq-Mitarbeiter gilt seit der Übernahme von Digital Equipment 1998 ein Tarifvertrag, bei HP gibt es bisher keinen. Der IG Metall-Funktionär sieht durch den Zusammenschluss Arbeitsplätze bei den Unternehmen gefährdet. Arbeitnehmervertreter der beiden deutschen Teilkonzerne wollen sich in der kommenden Woche zu ersten Gesprächen treffen.

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