Kurssturz von über 20 Prozent bei Commerce One
Zum Wochenende ins Minus

Bevor an der Wall Street die Schlussglocke ertönte und alle Investoren ins Wochenende eilten, verkauften Anleger schnell noch eine Menge ihrer Kommunikations- und Telekomaktien. Nachmittagliche Kursgewinne wurden getilgt. Der Nasdaq Index schloss auf 3027 Punkten, nur 4,7 Zähler unter dem Vortagesniveau. Der Dow Jones Index ging mit 10629 Punkten und einem Verlust von 26 Punkten ins wohlverdiente Wochenende.

Wieder wurden Bedenken wach, dass sich das Wachstum von Herstellern von Kommunikationsequipment und Komponenten verlangsamen könnte. Investoren befürchten, dass Telekomunternehmen augenblicklich nicht viel Geld ausgeben können und daher Investitionen zurückstellen. Broadcom, PMC Sierra und Applied Micro Curcuits verloren Punkte.



Die Aktien der Telefongesellschaften waren am Freitag unter Druck geraten, nachdem BellSouth die Gewinnerwartungen für das kommende Jahr gesenkt hatte. Verizon, SBC Communications und BellSouth verloren an Wert.



Für Aufregung sorgte am Freitag wieder einmal das nicht enden wollende Gerangel um die US-Präsidentschaft. Ein Berufungsgericht in Florida hatte am Mittag in Florida die Nachzählungen per Hand als ungültig erklärt. Demnach könnte George W. Bush schon am Samstag als Sieger ernannt werden. Denn dann sind die eingangeben Briefstimmen gezählt, so dass Floridas Innenministerin das offizielle Wahlergebnis bekannt geben kann. Kurzzeitig gehörten daher der Pharma- und Gesundheitssektor zu den stärksten Bereichen. Sie könnten von einer Wahl von Bush profitieren.



Da jedoch die Demokraten darauf beharren, das Urteil anzufechten, mussten diese Bereiche wieder Einbußen einstecken.



Cisco

Systems, Intel und Oracle konnten die Technologiebörse mit positiven Zukunftsaussichten unterstützen. Intel bringt am Montag seinen neuen Hochgeschwindigkeitschip Pentium IV auf den Markt. Cisco verkündete stolz, seinem Rivalen Juniper Networks ausgestochen zu haben. Juniper kann Cisco demnach keine Marktanteile mehr streitig machen. Juniper tendierte schwächer. VA Linux notierte nach befriedigenden Quartalszahlen und guten Zukunftsaussichten stärker.



Einer der großen Verlierer des Tages war DaimlerChrysler. Nach Analystenabstufungen und der Gewinnwarnung für das vierte Quartal notierte die Aktie am Freitag auf einem neuen 52-Wochentief. Nun kursiert das Gerücht, dass der Vorstand plant, wenigstens einen Teil von Chrysler wieder abzustoßen. Die Chancen, diese Pläne auch in die Tat umzusetzen stehen jedoch schlecht. Eine Möglichkeit wäre, einen großen Teil der Chrysler-Sparte als separate Aktie an die US-Börse zu bringen, um US-Anleger zurück zu gewinnen.



Nortel

litt unter einem negativen Kommentar von der Banc of America. Demgemäß wird der größte Hersteller von Glasfasernetzwerk-Ausstattungen sein Geschäft mit dem Kunden Qwest Communications an seinen Konkurrenten Ciena verlieren. Auch der Telekom-Konzern Worldcom werde noch bis zum Ende des ersten Quartals brauchen, um seine Lagerbestände an Nortel-Produkten abzubauen. Die Auftragslage dürfte also bis ins zweite Quartal angespannt bleiben.



Einen Kurssturz von über 20 Prozent erlebte Commerce One. Spekulationen kursierten, dass der Anbieter von Software zum Aufbau Internet-Marktplätzen im vierten Quartal die Gewinnerwartungen verfehlen werde. Auch ein Dementi seitens eines Commerce One-Sprechers konnte den Kurs nur begrenzt stützen.

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