Kursverfall im Biotech-Sektor
Pharma bietet Schutz vor Baisse

Selbst viele Profist wurden vom Ausmaß der Biotech-Baisse überrascht. Wenn überhaupt konnten sich nur solche Unternehmen dem Einbruch entziehen, die bereits selbst im Pharmageschäft aktiv sind. Vor allem einigen britischen Firmen kam in dieser Hinsicht ihre pragmatische Strategie zugute.

FRANKFURT/M. Die Biotechnologie ist eine komplizierte Materie. Das gilt in diesen Tagen auch für die Kursentwicklung der auf dem GEbiet tätigen Unternehmen.

Der Einbruch der Biotech-Bewertungen in den vergangenen Monaten kam nicht völlig überraschend, hat in seiner Dimension indes auch viele Experten überrascht. Immerhin haben amerikanische Biotech-Aktien seit Jahresbeginn im Durchschnitt ein Drittel ihres Wertes eingebüßt, die am Neuen Markt gelisteten Werte der Branche sogar fast die Hälfte. Die Kursgewinne des vergangenen Jahres wurden damit vielfach mehr als aufgezehrt. Kenner sprechen inzwischen von einer irrationalen Entwicklung und einer Übertreibung nach unten.

Ein Indiz, wie schwer sich die Profis im Biotech-Sektor derzeit tun, ist die fast durchweg miserable Performance der in dem Bereich tätigen Branchenfonds. Selbst Fonds, die im vergangenen Jahr den relativ breit angelegten Nasdaq-Biotech-Index noch deutlich überflügelten, haben in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres mehr oder weniger parallel zum Markt an Wert verloren. Diesem Trend konnten sich letztlich nur solche Fonds etwas entziehen, die nicht nur in reinrassige Biotech-Unternehmen investiert sind, sondern auch bei klassischen Pharmawerten. Eine solche Anlagepolitik verfolgen zum Beispiel der DIT Biotech-Fonds und der VMR Healthcare/Pharma/Biotech-Fonds.

Präsenz im Pharmasektor sorgt für Stabilität

Die Erfahrung aus dem Lager der institutionellen Investoren lässt sich mit gewissen Einschränkungen auch auf die Unternehmenslandschaft übertragen: Eine direkte Präsenz im Pharmageschäft gibt Biotech-Unternehmen eine gewisse Stabilität, auch an der Börse. So wurden zum Beispiel die führenden US-Biotech-Vertreter zwar von schmerzhaften Kurseinbußen nicht verschon. Sie mussten aber bei weitem nicht die dramatischen Einbußen hinnehmen wie die noch rein forschungsbasierten Firmen aus dem Bereich Genomics oder anderer sogenannter Plattformtechnologien.

In Europa hat sich vor allem für einige britische Biotech-Unternehmen pragmatische Strategie ausgezahlt, die eigene Forschung durch den Zukauf etablierter Pharmaaktivitäten zu ergänzen. Als Musterbeispiel dafür gelten insbesondere Celltech und Shire. Beide Unternehmen haben gegenüber ihrem Höchstkurs vom vergangenen Jahr nur rund ein Drittel und seit Jahresbeginn 2001 kaum noch an Wert eingebüßt. Ihr Vorteil aus Investorensicht besteht vor allem darin, dass sie mit dem eigenen Pharmageschäft über eine verlässliche Grundlage verfügen und damit auch eher für klassische Bewertungsmethoden zugänglich sind.

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