Kursverluste
Europäische Börsen ausnahmlos schwächer

Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch zum dritten Mal in Folge Kursverluste hinnehmen müssen. Der DJ-Stoxx50-Index verlor 3,4 Prozent auf 2931 Zähler.

Reuters FRANKFURT/M. Zugesetzt hätten laut Händlern die schwächere Wallstreet sowie auch die Entfernung von Schwergewichten wie Royal Dutch oder Unilever aus dem amerikanischen S&P-500-Index. Obwohl die Gelegenheit zum Aktienkauf gegenwärtig günstig sei, hielten sich die Anleger aufgrund von Sorgen über die Unternehmensergebnisse sowie wegen dem anhaltenden Reigen schlechter Nachrichten zurück, sagten Händler. Unter Druck standen insbesondere Versicherungs- und Pharmawerte. Die Versicherer wurden von den deutlich schwächeren Aktien der Münchner Rück, welche eine Erhöhung der Rückstellungen für die Schäden aus den Anschlägen vom 11. September vermeldete und eine Gewinnwarnung für das zweite Quartal abgab, in Mitleidenschaft gezogen. Eine amerikanische Studie über Probleme mit einem Hormonersatz-Medikament belastete die Titel der Pharmakonzerne. Vivendi Universal litten ebenfalls unter grossen Abgaben. Eine Untersuchung der Vivendi-Bilanzen durch die französischen Behörden habe Bedenken bezüglich der Buchführung des Medienkonzerns verstärkt.

LONDON - Angeführt von schwachen Pharmawerten und belastet von der leichteren Wall Street schloss der Londoner Aktienmarkt am Mittwoch deutlich im Minus. Der FTSE-100-Index fiel um 2,7 Prozent auf 4420,1 Zähler. Sorgen über die Sicherheit der Hormonersatz-Therapie nach Bekanntwerden einer US-Studie drückten laut Marktteilnehmern auf die Stimmung im Pharmasektor. AstraZeneca rutschten 6,8 Prozent ab. GlaxoSmithKline verloren 5,2 Prozent. Belastet wurde der Markt zudem durch die Entfernung der Aktien des Erdölriesen Royal Dutch und des Konsumgüterkonzerns Unilever aus dem amerikanischen S&P-500-Index. Die Papiere des Royal Dutch-Partners Shell gaben 4,6 Prozent nach, Unilever verloren 3,2 Prozent. Zu den wenigen Gewinnern gehörten Abbey National, die von Spekulationen über ein mögliches Übernahmeangebot von Seiten der National Australia Bank profitierten und 3,9 Prozent vorrückten.

ZÜRICH - Kräftige Verluste bei den meisten Versicherungen und der Credit Suisse setzten am Mittwoch den Schweizer Aktien zu. Der SMI sank 3,2 Prozent auf 5775,5 Punkte. Anhaltend schwache Börsen, negative Meldungen aus dem Ausland, die Angst vor Kapitalerhöhungen und daher auch "hausgemachte" Probleme belasteten einen Grossteil der Finanzwerte, erklärten Händler. So litten Swiss Re und Zurich unter der Gewinnwarnung der Münchener Rück . Swiss Re sanken knapp drei und Zurich 7,5 Prozent. Unter der Angst vor Kapitalmassnahmen litten auch CS Group; die Papiere gaben acht Prozent nach. Abgaben mussten auch Technologiewerte hinnehmen, nachdem Merrill Lynch einzelne Halbleiterwerte zurück gestuft hatte.

PARIS - An der Börse Paris gab der CAC-40 Index deutlich nach und ging 4,3 Prozent tiefer auf 3656,38 Punkten aus dem Handel. Abwärtsdruck kam von einer Stichprobe der Vivendi-Finanzen durch die Aufsichtsbehörde, welche Ängste über mögliche Bilanzierungsungereimtheiten geschürt habe, hiess es. Vivendi Universal büssten 7,5 Prozent ein. Enttäuschende Verkaufs-Zahlen des Einzelhändlers Carrefour zur Jahreshälfte belasteten die Stimmung am Markt zusätzlich, hiess es. Die Papiere des Software-Herstellers Dassault Systemes führten die Verliererliste mit einem Verlust von rund acht Prozent an. Kursabgaben mussten ebenfalls France Telecom und Technologietitel wie STMicroelectronics hinnehmen.

FRANKFURT - Deutliche Kursverluste bei Versicherern und bei der Deutschen Post setzten am Mittwoch den deutschen Aktienmarkt unter Druck und trübten die Stimmung der Anleger. Der Dax verlor 3,2 Prozent auf 4229,5 Punkte. Hauptverantwortlich für den Abschlag des Deutschen Aktienindex waren die deutlich schwächeren Aktien der Versicherer Allianz und Münchener Rück. Die Münchener Rück habe mit einer Erhöhung der Rückstellungen bei ihrer defizitären US-Tochter American Re um zwei Milliarden Dollar die Anleger verunsichert, sagten Aktienhändler. Unter Druck standen auch die Anteilsscheine der Post. Dem Ex-Monopolisten drohen auf Grund einer von der Regulierungsbehörde angekündigten Senkung der Preise für bestimmte Produkte und Dienstleistungen Ertragseinbussen in Milliardenhöhe.

BENELUX - In Amsterdam notierte der AEX-Index 4,6 Prozent tiefer auf 409,78 Punkten, während der Bel20 der Brüsseler Börse 3,5 Prozent auf 2435,61 Zähler verlor. Im Mittelpunkt des Handels stand die Entfernung der Aktien des Erdölriesen Royal Dutch und des Konsumgüterkonzerns Unilever aus dem S&P-500 Index. Royal Dutch büssten 8,4 Prozent ein, während Unilever mit minus 6,4 Prozent aus dem Handel gingen. Auch Finanzwerte wie Dexia und Fortis gaben markant ab.

MAILAND - Der Mib30-Index verlor zwei Prozent auf 27.293 Punkte. Mit Minus 4,5 Prozent waren die Titel der Bank IntesaBCI nach der Zurückstufung durch Goldman Sachs einer der grössten Verlierer. Händler verwiesen auch auf die Verzögerung des lang erwarteten Verkaufs ihrer Südamerika-Einheit Banco Itau. Die Aktien des Energieriesen Eni büssten im Soge des schwachen Sektors 2,1 Prozent ein. Deutlich im Minus schloss auch der Juwelier Bulgari.

MADRID - Die Börse Madrid notierte zum zweiten Mal in Folge im Minus. Der Ibex-35 Index gab zwei Prozent auf 6858,3 Zähler nach. Die Titel der beiden schwergewichtigen Banken Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano fielen nach negativen Analystenkommentaren um 2,5 und knapp vier Prozent. Telefonica konnten ihre anfänglichen Verluste von bis zu 3,4 Prozent im Soge einer Höherstufung der Cisco-Aktien durch Merrill Lynch dämpfen, schlossen aber noch etwas im Minus.

SKANDINAVIEN - Der Stoxx Nordic Index fiel 2,1 Prozent auf 266,68 Punkte. Im Fokus lagen die Fusionskandidaten Sonera und Telia. Deren Aktien gaben trotz des erwarteten grünen Lichts der EU-Wettbewerbskommission markant nach. Nokia verloren 4,7 Prozent, während Ericsson 1,7 Prozent tiefer notierten. Die beiden Firmen veröffentlichen nächste Woche ihre Zwischenberichte.

WIEN - Der ATX-Index lag 0,8 Prozent im Minus bei 1219,69 Zählern. Von einer schwachen Seite zeigte sich neben dem Brau- und Getränkewert BBAG auch OMV. Händler verwiesen bei OMV auf die international unter Druck stehenden Ölwerte. Wienerberger schlossen ebenfalls leichter.

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