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Kursverluste vorm verlängerten Wochenende

Nach einem ruhigen Handelstag verabschieden sich New Yorks wichtigste Indizes mit Punktverlusten in das verlängerte Memorial Day Wochenende. Sie dokumentierten, dass sich die US-Wirtschaft noch nicht in dem Maße erholt hat, wie bisher erwartet. Der Dow Jones verlor über die Woche 2,5 Prozent, der technologielastige Nasdaq Index konnte dagegen den selben Prozentsatz hinzugewinnen.

Neben dem Bruttoinlandsprodukt fielen auch die Zahl der Aufträge für langlebige Güter und das von der Universität of Michigan veröffentlichte Konsumentenvertrauen schwächer aus als erwartet.

Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal statt um die prognostizierten 1,4 lediglich um 1,3 Prozent. Vorläufige Berechnungen hatten ein Wachstum um zwei Prozent ausgewiesen. Damit ist die US-Wirtschaft im vergangenen Quartal langsamer gewachsen als ursprünglich erwartet. Vor allem im IT-Bereich gingen die Investitionen zurück.

Die Aufträge für langlebige Güter gingen im April im Vergleich zum Vormonat um fünf Prozent stärker zurück. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um zwei Prozent gerechnet. Das von der Universität of Michigan erstellte Konsumentenvertrauen stieg zwar im April auf 92 an, blieb aber hinter den ursprünglich berechneten Daten zurück.

Doch nicht nur Konjunkturdaten sondern auch vor allem Analystenkommentare und Unternehmensmeldungen bewegen die Märkte. Neben Wal-Mart und American Express gehörte auch die Aktie von General Electric zu den größten Verlierern unter den Dow Jones Werten. Der Konzern kann sich zwar über gesunde Wachstumsraten freuen. Während der Auftragsbestand im März um 15 bis 20 Prozent zulegte, beläuft sich die Steigerungsrate im April auf 30 Prozent. Das ist zumindest die Schätzung von Goldman Sachs. Doch könnte General Electric unter der schlechten Entwicklung seines Auslandsgeschäfts bald zu leiden haben. Goldman Sachs empfiehlt die Aktien von GE dennoch weiterhin zum Kauf.

Positive Analystenstimmen von Prudential Securities gaben dagegen dem Chipsektor zunächst Auftrieb. Applied Materials und KLA-Tencor wurden von "akkumulieren" auf "aggressiv kaufen" heraufgestuft. Laut Analystenkommentaren könnte sich die Nachfrage auf dem Halbleitersektor bereits im September erholen. In den nächsten 12 bis 18 Monaten erwartet Prudential Securities einen Anstieg des Chipkurses um 50 Prozent. Doch die Kursgewinne waren nicht von langer Dauer. Sowohl Applied Materials als auch KLA-Tencor beendeten den Handelstag mit Kursverlusten.

Oracle hatte dagegen unter den pessimistischen Kommentaren von J.P. Morgan zu leiden. Damit reduzierte in dieser Woche neben Merrill Lynch bereits das zweite Analystenhaus die Prognosen für den Softwarehersteller. Die Konkurrenten Microsoft und IBM werden dem Unternehmen in allen Geschäftsbereichen Marktanteile abnehmen, so die Analysten.

Zusätzlich würde die lahmende Konjunktur den Konzern überdurchschnittlich belasten. Die Analysten senken deshalb das Kurziel für Oracle um zwei Dollar auf 21 Dollar je Aktie und sehen für Papier von Oracle sogar weiterhin ein kurzfristiges Abwärtspotenzial. Die langfristige Einstufung der Oracle Aktie mit "kaufen" behalten die J.P. Morgan-Analysten jedoch bei. Die Aktie büßte bis zu vier Prozent ein.



Unter Druck geriet auch die Aktie von ADC Telecommunications. Nach einer Gewinnwarnung für das dritte Quartal notiert die Aktie schwächer. Der Hersteller von Telekommunikationskomponenten veröffentlichte gleichzeitig einen Verlust von 1,33 Dollar für das zweite Quartal. Ursprünglich hatte das Unternehmen lediglich mit einem Fehlbetrag von 33 Cents pro Aktie gerechnet. Vor allem hohe Umstrukturierungskosten machen sich im Geschäftsergebnis negativ bemerkbar. Das Papier verlor fast 20 Prozent.

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