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Kurz im Plus

Green on the screen. Das galt am Vormittag jedenfalls kurzzeitig. Im Verlauf der ersten Handelshälfte konnten sich New Yorks wichtigste Aktienindizes trotz überwiegend negativer Nachrichten von den Tagestiefständen erholen. Doch lange währte der Besuch in der Gewinnzone nicht. Zur Mittagsstunde notieren Dow Jones und Nasdaq Index leichter.

Zahlreiche schlechte Nachrichten machten den Märkten am Morgen zu schaffen. Revidierte Gewinnerwartungen von Seiten der Zulieferindustrie der Telekommunikationsbranche belasteten die Stimmung. JDS Uniphase warnte bereits gestern vor enttäuschenden Umsatzzahlen für das vierte Quartal. Nortel Networks schob am Morgen eine Gewinnwarnung hinterher. Zusätzlich sollen 10 000 Stellen gestrichen werden. Gerüchte kursieren, nach denen auch Microsoft die Planzahlen nicht erreichen werde.

Die jüngsten Daten zur Entwicklung der US-Industrieproduktion nahmen die Anleger mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf. Im Mai ist die Industrieproduktion in den USA um 0,8 Prozent zurückgegangen. Die Mehrheit der Experten hatte lediglich mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Gleichzeitig wurden die Daten für April revidiert. Die Produktion ging in diesem Monat statt um die zunächst angenommenen 0,3 Prozent sogar um 0,6 Prozent zurück. Die Erkenntnis: Die US-Wirtschaft ist nach wie vor schwach auf der Brust. Die Hoffnung: Notenbank-Chef Alan Greenspan könnte zur sechsten Zinssenkung diesen Jahres schreiten.

Zu den größten Dow Jones-Verlierern zählen zum Wochenschluss die Aktien von Procter & Gamble und McDonald´s. Beide Konzerne litten unter Spekulationen, nach denen auch hier bald Gewinnwarnungen ausgesprochen werden dürften. Und so war es dann auch. McDonald´s wird statt eines Gewinnes von 39 Cents pro Aktie lediglich einen Überschuss von höchstens 35 Cents pro Aktie erzielt. Die weltgrößte Fast-Food-Restaurantkette leidet unter dem gesunkenen Vertrauen der europäischen Konsumenten, was den Verzehr von Fleisch angeht.

Unter Beschuss steht am Freitag auch erneut der Sektor der Netzwerkausrüster. Denn vor allem diesen Unternehmen macht die schwierige Lage der US-Wirtschaft zu schaffen. Nortel Networks, der weltgrößte Telekomausrüster sprach eine Gewinnwarnung aus und wird 10 000 weitere Stellen streichen. Im April hatte das Unternehmen bereits angekündigt, 20 000 Arbeitsplätze abzubauen. Bis September sollen die jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen beendet sein. Laut Nortel seien von Telefongesellschaften vor der zweiten Jahreshälfte 2002 keine großen Investitionen zu erwarten.

Das Papier von JDS Uniphase, dem größten Hersteller von Komponenten für die Glasfaserindustrie, und die Aktie von Konkurrent Ciena führen die Verliererliste der Nasdaq Werte an. Beide Werte ziehen auch die Aktie von Broadcom in die Verlustzone. Die Credit Suisse First Boston stuft den Konkurrenten Lucent Technologies von "kaufen" auf "halten" ab. Das finanziell angeschlagene Unternehmen hatte bereits in den vergangenen Tagen unter schlechten Nachrichten zu leiden. Corning notiert ebenfalls schwächer.

Und nicht zu vergessen: heute ist Hexensabbat. Das bedeutet, dass heute sowohl die Optionen auf Aktien sowie auf Indizes und Futures auslaufen. Die Folge: Durch die gleichzeitig freiwerden Geldreserven handelt es sich am Tag des Hexensabbats meist um sehr volatile Handelstage. Um dies zu entzerren, hat sich die Börsenbehörde entschieden, das Auslaufen der verschiedenen Optionsscheine über den Tag zu verteilen und die Fälligkeitszeitpunkte nicht alle auf den gleichen Zeitpunkt zu legen.

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