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Kurz-Porträt: Patentamts-Präsident Pompidou

Alain Pompidou steht seit dem 1. Juli dem Europäischen Patentamt mit Sitz in München vor. Der promovierte Mediziner und Biologe gilt als Experte für Wissenschaftsethik. Daran will der 62-Jährige auch die Erteilung von Patenten messen.

dpa MÜNCHEN. Alain Pompidou steht seit dem 1. Juli dem Europäischen Patentamt mit Sitz in München vor. Der promovierte Mediziner und Biologe gilt als Experte für Wissenschaftsethik. Daran will der 62-Jährige auch die Erteilung von Patenten messen.

"Der Mensch in jeder Phase seiner Entwicklung, auch nach dem Tod, ist nicht patentierbar", sagte er am Freitag. Nein sage das Patentamt auch zu Erfindungen, die der geltenden Moral widersprächen. Angesichts der laufenden Diskussion wollte er sich sich offiziell zur Frage nach der Patentierbarkeit von Stammzellen äußern. Privat sei er jedenfalls der Ansicht: "Ich bin gegen eine Forschung, bei der Embryonen zerstört werden."

Alain Pompidou, Adoptivsohn des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou, beschäftigte sich von 1989 bis 1999 als Abgeordneter für die Gaullisten im Europäischen Parlament mit der Richtlinie zur Patentierung biotechnologischer Erfindungen und Bioethik, zwischen 1986 und 1997 beriet er unter anderem den französischen Premierminister.

Seit diesem Jahr ist Pompidou Mitglied des Ethikrates der Unesco. Von 1974 bis 2004 hatte er zudem einen Lehrstuhl für Histologie, Embryologie und Zellgenetik an der Universität Paris inne, leitete ein Krankenhaus-Labor und war Aufsichtsratspräsident der Pariser Krankenhausgruppe. Pompidou ist verheiratet und hat drei Kinder.

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