Kurz und knapp
Alles über Lederhosen, Statusangst und Wettbewerb

Jede Woche finden Sie hier Rezensionen aus der Handelsblatt-Redaktion.

Wolfgang Zdral: Die Lederhosen AG - Was Sie schon immer über den FC Bayern wissen wollten. Econ Verlag, München 2004, 280 Seiten, 18 Euro.

"Was Sie schon immer über den FC Bayern wissen wollten", werden Sie hier nicht erfahren. Die Bayern sind zwar nicht mehr Deutscher Fußballmeister. Aber sie beherrschen nach wie vor die Schlagzeilen des Boulevards. Eine Vielzahl der Anekdoten rund um die Beckenbauers und Rummenigges hat Wolfgang Zdral zusammengetragen. Etwa, dass Manager Uli Hoeneß mehr als zwanzig Jahre lang ohne schriftlichen Vertrag gearbeitet hat. Aber das Buch dringt nicht bis zum Kern des "FC Hollywood" vor. Und wahrscheinlich ist dies auch gar nicht möglich: Kein Verein in Deutschland versteht es so geschickt, hinter einer Schaumwolke aus Skandalen und bunten Storys die wahre Fußball-Ökonomie vergessen zu machen. So ist "Die Lederhosen AG" zwar kein Enthüllungsbuch, aber immerhin eine gut zusammengeschriebene Geschichte über den wichtigsten deutschen Fußballverein. Christoph Moss

Alain de Botton: Statusangst. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2004, 332 Seiten, 19,90 Euro.

Statusangst beherrscht die Welt. Wer oben angekommen ist, versucht mit allen Mitteln, Macht und Reichtum festzuhalten. Doch während die Menschen auf Ranglisten schielen, verpassen sie das Leben, meint Alain de Botton. Was der Schweizer Philosoph zum Thema "Statusangst" formuliert hat, verrät viel Klugheit und Eloquenz. Von Napoleon bis Tolstoi führt er Beispiele dafür an, wie massiv die Angst vor dem Abstieg schaden kann. Dabei lässt man sich auch gern auf spannende Nebenschauplätze führen. Schließlich ist dies eine Spezialität des 34-Jährigen, der das Genre des leichten, philosophischen Essays neu belebt hat. Er plädiert für ein Dasein als Aussteiger und Bohemien. Als Modell für Statusbewusste, die in der Tretmühle stecken, taugt diese Idee allein nicht. Kerstin Schneider

C.K. Prahalad, Venkat Ramaswamy:Die Zukunft des Wettbewerbs.Linde Verlag, Wien 2004, 368 Seiten, 24,90 Euro

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Über Jahrzehnte hat McDonald?s seinen Kunden immer gleiche Burger-Menüs serviert. Neuerdings gibt es Salat statt Pommes. McDonald?s hat sich angepasst an die kalorienbewusste Klientel. Die US-Professoren Prahalad und Ramaswamy wären begeistert. Sie plädieren für genau diesen Verkaufsstil. Allzu oft bestimmten heute noch die Unternehmen, was sie ihren Kunden vorsetzen. In Zukunft schaffen die Nachfrager ihre eigenen Produkte. Unternehmen sollten die Kompetenzen ihrer Kunden nutzen: wie etwa der Elektronikriese Sony, der die Software der Spielkonsole Play-Station von Hobby-Programmierern weiterentwickeln lässt. So etwas passt ins "kundendemokratische Wirtschaftsmodell", das in diesem Buch entworfen wird. Sarah Löhr

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