Kurz und knapp
Der Altmeister: Wolf Schneider

Jede Woche finden Sie hier Rezensionen aus der Handelsblatt-Redaktion.



Wolf Schneider: Große Verlierer.Rowohlt Verlag, Reinbek 2004, 320 Seiten, 19,90 Euro.

Es gibt Bücher, in denen möchte man besser nicht vorkommen. Wolf Schneiders "Große Verlierer" ist ein solches Buch. Aber das liegt am Titel, nicht an der Art und Weise wie der Autor die Menschen beschreibt, denen er sich widmet. Michail Gorbatschow etwa: Der Westen feiert den früheren Generalsekretär der sowjetischen KPdSU und späteren Nobelpreisträger bis heute. In seiner Heimat aber gilt er als jemand, dem mit der Sowjetunion "ein Imperium zwischen den Fingern zerrann", wie Schneider es ausdrückt. Gorbatschow sei "grandios gescheitert". Oder Al Gore, der im Jahr 2000 die US-Präsidentschaftswahlen gegen George W. Bush junior verlor. Er sei "um den Sieg betrogen" worden - ein Verlierer eben, genauso wie Goliath, Erwin Rommel, Maria Stuart oder Vincent van Gogh. Die Liste der Verlier[EMPTYTAG][/EMPTYTAG]er ist lang. Aber wie sagt Wolf Schneider, der große Altmeister der Journalistenausbildung in Deutschland: "Nichts wäre schlimmer als eine Welt voller Sieger. Es sind die Verlierer, die das Leben erträglich machen." Christoph Moss

Niels Boeing: Nano?! Die Technik des 21. Jahrhunderts.Verlag Rowohlt Berlin, Berlin 2004, 189 Seiten, 16,90 Euro

Wenn wir uns mit Sonnenmilch eincremen, profitieren wir von der Nano-Technologie: Feine Körnchen Titandioxid fangen die UV-Strahlungen auf. Wie das funktioniert, erklärt der Physiker und Philosoph Niels Boeing. Er schafft es, in einfachen Worten die Technologie zu erklären, die unser Leben revolutionieren könnte. Boeing nimmt Horror-Szenarien wie Schwärme aus Nano-Partikeln, die Menschen angreifen, ebenso auseinander wie die Vision von Nano-U-Booten, die Medikamente durch die Adern direkt an den gewünschten Ort transportieren. Dabei widerlegt der Autor oft übertriebene Prognosen und kommt zu dem Schluss, dass am Ende nicht die Wissenschaftler, sondern die Konsumenten über den Erfolg der Nano-Technik entscheiden. Sarah Talmon

Sönke Nissen, Franz Winterer: Die Deutschland GmbH. Redline Wirtschaft, Frankfurt/ Wien 2004, 187 Seiten, 14,90 Euro

Politiker müssten kaufmännisch denken und handeln wie der Mittelstand, um Deutschland aus der Krise zu führen. Das fordern Sönke Nissen und Franz Winterer. Die Autoren sind überzeugt, dass keine Jahrhundert-Reformen notwendig sind, um den Staat zu sanieren. Es reichte schon völlig aus, einfache ökonomische Grundsätze anzuwenden. Die Umwandlung der Bundesrepublik in eine "GmbH" ist aber auch schon die originellste Idee der beiden Autoren. Denn die angeführten Vorschläge sind bekannt: konsequente Anwendung des Budgetprinzips, mehr Verantwortung für den Einzelnen, weniger Subventionen und geringere Sozialleistungen. Immerhin gelingt es den Autoren, die Probleme im Plauderton zu erklären. Sarah Löhr

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