Kurz und knapp
Frisch gelesen

Jede Woche finden Sie hier Rezensionen aus der Handelsblatt-Redaktion.

Petra Gropp, Jürgen Hosemann, Günther Opitz, Oliver Vogel (Hrsg.):Neues aus der Heimat! Literarische Streifzüge durch die Gegenwart, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2004, 364 Seiten, 6 Euro

Manchmal ist es gar nicht so schwierig, ein gutes Buch auf den Markt zu bringen. "Neues aus der Heimat" ist eine Textsammlung mit Beiträgen deutscher Autoren, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln dem schon so oft diskutierten und mit Ideologie überladenen Begriff "Heimat" nähern. Schön zum Beispiel, wie Florian Illies ("Heimatzeitung") seinen ersten Termin als freier Mitarbeiter der Lokalredaktion beschreibt. Die Jahreshauptversammlung des Imkervereins mit Ehrung der Jubilare wird ihn nachhaltig prägen - so wie es Generationen von Journalisten vor ihm ergangen ist. Oder Thomas Hoeps, der rund um die "Rede des scheidenden Vorsitzenden Schily zur 27. Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Einrichtungsgeschäfte" eine wunderbare Geschichte aus der Provinz entwickelt. Ein wohltuend unbeschwertes Buch. Christoph Moss

Bill Bryson: Eine kurze Geschichte von fast allem, Goldmann Verlag, München 2004, 671 Seiten, 24,90 Euro

Schon als Junge wollte Bill Bryson mehr über die Entstehung des Sonnensystems oder die Größe der Erde wissen - und wie die Wissenschaftler das alles herausgefunden haben. Doch die vielen Bücher, in denen der heutige Sachbuchautor nach Antworten suchte, waren so schwer verständlich, dass er sie enttäuscht beiseite legte. Auch neuere Werke brachten ihn nicht weiter, so dass er zum Schluss selbst ein Buch schrieb. Bryson sammelte Informationen, sprach mit Wissenschaftlern und schrieb in lockerer Sprache auf, was er in drei Jahren Recherche über die Entstehung des Universums herausfand. Hans Schürmann

Hans Otto Eglau: Fritz Thyssen - Hitlers Gönner und Geisel, Siedler Verlag, München 2003, 381 Seiten, 24 Euro

War Fritz Thyssen der großindustrielle Wohltäter, der Hitler finanzierte und ihm zur Macht verhalf? Auf diese klischeehafte Formel reduziert sich die landläufige Meinung über einen der umstrittensten Wirtschaftsführer der Weimarer Republik und des Dritten Reichs. Doch wer war Fritz Thyssen wirklich? Aus vielen kleinen Puzzleteilen fügt Hans Otto Eglau das Bild eines widersprüchlichen Mannes zusammen, der sich vom glühenden Nationalsozialisten zum erbitterten Kritiker und Gegner des Regimes wandelte. Eglau beschreibt, wie es zum Bruch mit den Nazis kommt. Thyssen geht in die Emigration. Er wird verschleppt und landet in der Psychiatrie und sogar im KZ. Da es von Fritz Thyssen weder einen geordneten Nachlass noch eine private Korrespondenz gibt, ist es erstaunlich, wie viel Hans Otto Eglau schließlich herausgefunden hat. Günter Ringleb

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