Kurz und knapp
Neue Bücher

Jede Woche finden Sie hier aktuelle Rezensionen aus der Handelsblatt-Redaktion.

Henrik Müller Wirtschaftsirrtümer - Richtigstellungen von Arbeitszeitverkürzung bis Zinspolitik Eichborn Verlag, Frankfurt 2004, 272 Seiten, 22,90 Euro
Wenn die Deutschen Nachhilfe in Ökonomie brauchen, sind sie hier gut aufgehoben. Müller versteht es, wirtschaftswissenschaftliche Theorien mit einleuchtenden Beispielen zu erläutern. Interessant wird die Analyse immer dann, wenn der Volkswirt ungewohnte Denkfiguren präsentiert. Zum Beispiel differenziert er das verbreitete Lamento, die Steuern in Deutschland seien zu hoch, und steigende Löhne schadeten der Wirtschaft. Deutschlands Problem, argumentiert Müller, seien die zu kurzen Arbeitszeiten. Reizvoll sind die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel. Hier analysiert er, welche Interessengruppen an den "Irrtümern" festhalten. Wieder bleibt er nicht bei der üblichen Kritik an Gewerkschaften und Sozialstaat stehen. Er identifiziert Bremser in allen Lagern - auch unter Top-Managern. David Selbach

Joachim Bessing Rettet die Familie! - Eine Provokation List Verlag, München 2004, 157 Seiten, 12 Euro
Joachim Bessing hat etwas gegen Leute, die ihre Kinder morgens um sieben Uhr am Kindergarten abgeben. Er sagte dies auf der Leipziger Buchmesse, und in seinem Buch "Rettet die Familie!" legt der 33-Jährige nach. Er lehnt "Patchworkfamilien" ab, also Familien, die wegen Scheidung oder aus anderen Gründen von dem Muster abweichen, dass Vater, Mutter und Kind unter einem Dach wohnen. Das Buch ist talkshowtauglich. Ein Qualitätsmerkmal ist das nicht. Eher eine Provokation - wie Bessing es nennt. Beispiel Kindergarten: "Offensichtlich geben die Eltern ihre Kinder nicht nur ab, weil ihnen die Zeit dazu fehlt, sich mit ihnen zu beschäftigen - sie sind anscheinend auch der Meinung, dass es andere gibt, die es besser können als sie selbst." Tun sie nicht, lieber Joachim Bessing. Manche Eltern bringen ihre Kinder einfach nur deswegen morgens um sieben in den Kindergarten, weil danach ihr Arbeitstag beginnt. Christoph Moss

Thomas Darnstädt Die Konsens-Falle - Wie das Grundgesetz Reformen blockiert Deutsche Verlagsanstalt, München 2004, 192 Seiten, 18,90 Euro
Die Botschaft ist klar: Das Grundgesetz ist ein historisches Monstrum, das jede Bewegung blockiert. Mit scharfer Diktion geht Darnstädt auf die zahlreichen Konsens-Gremien der korporatistischen Bundesrepublik los. Die "Kultusministerkonferenz" geißelt er als "Puffer, an dem alles abprallt, was an Reformideen durchs Land geht". Eine "Geisterbahn" sei das, die in 4 403 Lehrplänen "Bildung als Vorratshaltung" zementiere. Trotz der teilweise überdrehten Sprache bleibt das Buch lesenswert - vor allem wegen der Lösungsansätze, die Darnstädt und seine Kollegen rund um den Globus recherchiert haben. David Selbach

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