Kurz und knapp
Schattenbrüder - Finanzszene - Business-Etikette

Jede Woche finden Sie hier Rezensionen aus der Handelsblatt-Redaktion.

Udo Röbel: Schattenbrüder, Ullstein Verlag, München 2004, 396 Seiten, 20 Euro
Schreiben kann er: Udo Röbel war lange Jahre Chefredakteur der "Bild"-Zeitung und hat gelernt, Geschichten so zu formulieren, dass sie lesbar sind. Nun hat er einen Polit-Thriller geschrieben. Und das hat er gut gemacht. Es geht um einen Ministerpräsidenten, der Kanzler werden will. Mitten im Wahlkampf beginnt eine Serie mysteriöser Frauenmorde. Und irgendwie hängt das alles miteinander zusammen. Röbel beschreibt viele Details aus der Polizeiarbeit. Er lässt seine Geschichte tief im politischen Milieu spielen. Dabei verliert er nie den Erzählstrang aus den Augen. Dass die handelnden Politiker und Journalisten stark an reale Personen erinnern, ist ein Instrument, mit dem er Bilder im Kopf des Lesers erzeugt. Am Ende bleibt ein gelungenes, spannendes Buch. Christoph Moss

Hans J. Bär: Seid umschlungen, Millionen - Ein Leben zwischen Pearl Harbor und Ground Zero, Verlag Orell Füssli, Zürich 2004, 452 Seiten, 29,50 Euro


Selten lässt sich jemand aus der sonst so verschwiegenen Zunft der Bankiers zu Kritik am eigenen System hinreißen. Im Bankenland Schweiz ist das erst recht ein Tabu. Die Schweiz schreibt inzwischen den Monat zwei nach Erscheinen von Hans J. Bärs Erinnerungen "Seid umschlungen Millionen" - und die Protestrufe sind noch nicht verhallt. Bis 1997 war Bär einer der Chefs der gleichnamigen Bank, die noch immer zu den ersten Adressen in Zürich gehört. Schlagfertig, bunt und mit feiner Ironie breitet Bär sein Leben von "Pearl Harbor bis Ground Zero" aus, bis seine Kritik am Finanzsystem der Schweiz auf den letzten 50 Seiten beißend wird: Er geißelt den Sittenverfall in den Chefetagen der Finanzszene. Er spart nicht mit Beispielen und stellt sogar den Standortvorteil Bankgeheimnis in Frage: ein entsetzliches Vergnügen. Oliver Stock

Gerhard Uhl, Elke Uhl-Vetter: Business-Etikette in Europa Gabler Verlag, Wiesbaden 2004, 268 Seiten, 38 Euro


Wer auf dem europäischen Parkett nicht ins Schlittern geraten will, kann den Business-Knigge für Europa zur Hand nehmen. Europa wächst zusammen, doch die Sitten bleiben unterschiedlich. Frankreich, Italien, England, die Niederlande, Österreich, Polen, Spanien, Schweiz, Russland, Tschechien und Schweden - die wichtigsten Handelspartner Deutschlands werden in dem Nachschlagewerk berücksichtigt. Ob nun der richtige Ausdruck im Englischen für das "stille Örtchen" entscheidend für den Start einer internationalen Karriere ist, bleibt fraglich. Interessant sind die Benimmhäppchen trotzdem: In Schweden spricht man nicht von Reichtum, aber man lacht mehr als in Deutschland. Polnische Geschäftspartner sollte man nicht auf Russisch ansprechen und britische Ladies nicht nach dem Alter fragen - das sollten nicht nur Geschäftsleute wissen. Sarah Löhr

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