Kurz und knapp
Terror, Planwirtschaft und Tarife

Jede Woche finden Sie hier Rezensionen aus der Handelsblatt-Redaktion.

Werner Weidenfeld (Hrsg.): Herausforderung Terrorismus - Die Zukunft der Sicherheit. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, 248 Seiten, 26,90 Euro.

Weshalb finden radikale Weltbilder Unterstützung? Wer Terroristen das Wasser abgraben will, muss derlei beantworten. Doch solange die Bedrohung existent bleibt, wird über das Thema Sicherheit zu reden sein und darüber, wie Staaten sie ihren Bürgern garantieren können. Das Buch des Herausgebers Werner Weidenfeld unternimmt diesen Versuch. Die Autoren nähern sich dem Thema Terror aus soziologischer Sicht, sie beurteilen die Strukturen von Nato und EU vor dem Hintergrund der neuen Bedrohung, und sie ziehen Konsequenzen für die deutsche Sicherheitslage. Das geschieht detailliert und ist für den schnellen Verzehr kaum geeignet. Leser vom Fach und jene, die tief ins Thema eindringen möchte, finden indes ein breites Spektrum an Informationen. Thomas Ludwig

André Steiner: Von Plan zu Plan - Eine Wirtschaftsgeschichte der DDR. Deutsche Verlagsanstalt, München 2004, 280 Seiten, 19,90 Euro.

Die Geschichte der DDR, das ist die Geschichte ihrer Wirtschaft. Als die DDR gegründet wurde, lagen das Land und seine Wirtschaft in Trümmern. Die Ziele aber waren hoch gesteckt, denn die Konkurrenz der deutschen Staaten war ein Wettkampf ihrer Wirtschaftssysteme. Nach ersten Erfolgen konnte die ostdeutsche Wirtschaft in ihrem letzten Jahrzehnt nur noch durch bundesdeutsche Devisen und einen Milliardenkredit künstlich am Leben gehalten werden. Am Ende standen wieder die traurigen Ruinen einer zusammengebrochenen Volkswirtschaft. Der Autor erzählt auf verständliche Weise, wie es dazu kam. Das Buch ist ein Muss für alle, die gerade am Aufbau Ost beteiligt sind. Günter Ringleb

Karl Christian Führer (Hrsg.): Tarifbeziehungen und Tarifpolitik in Deutschland im historischen Wandel. Dietz Verlag, Bonn 2004, 294 Seiten, 32 Euro.

Der Sozialhistoriker Karl Christian Führer findet, die Geschichte der deutschen Tarifautonomie verdiene mehr Beachtung. So berichtet der von ihm editierte Sammelband, welche gesellschaftlichen Segnungen die Tarifpartner in den vergangenen achtzig Jahren zu Stande brachten. Zum Beispiel für die soziale Anerkennung der Krankenschwestern: Aus einem ehemals zölibatären, aufopferungsvollen "Liebesdienst" an den Kranken wurde in den Sechziger Jahren ein moderner Frauenberuf, der auch in Teilzeit ausgeübt werden kann - die Verträge dazu verhandelte die ÖTV, wie Susanne Kreutzer schreibt. Andere Historiker berichten über die Anfänge der "Aushandlungskultur" in der Weimarer Republik oder analysieren die langwierige Überwindung der "Tarifordnungen" aus der NS-Diktatur. In allen Beispielen wird deutlich: Für Führer und die Autoren sind Tarifbeziehungen mehr als reine Lohnverhandlungsrituale. Sarah Löhr

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