Kurz und knapp
Theveßen, Wagner und Zippert

Jede Woche finden Sie hier Rezensionen aus der Handelsblatt-Redaktion.

Elmar Theveßen: Die Bush-Bilanz - Wie der US-Präsident sein Land und die Welt betrogen hat. Verlag Droemer, München 2004, 320 Seiten, 18 Euro.

Eine Inflation: Bücher über George W. Bushs Amerika gibt es inzwischen fast wie Sand am Meer. Elmar Theveßen liefert ein weiteres Körnchen. Wie viele Bücher zum Thema ist es ein Schnellschuss. Und zudem ein voreiliger, wie die brutale Aktualität der Folterbilder zeigt. Der TV-Journalist Theveßen unterliegt wie so mancher seiner Kollegen der Versuchung, sich an ein fremdes Metier zu wagen: Was der einstige USA-Korrespondent des ZDF schreibt, scheint gründlich recherchiert zu sein, er hat tief in den Archiven gewühlt und ist durchaus fündig geworden. Nur: Eine "Bush-Bilanz", die der Autor ziehen will, ist es gerade nicht. Unter dieser Prämisse ist das Buch aber durchaus unterhaltsame Lektüre, bei der der Leser auch einschlägige Vorurteile über Bushs Amerika pflegen kann. Der Entspannung kann das allemal dienen. Eben wie flott gedrehte TV-Spots. Ewald Stein

Bruno Wagner: Business ist wie Krieg führen.Eichborn Verlag, Frankfurt 2004, 288 Seiten, 22,90 Euro.

Wer Spaß an Skandal- und Krawallgeschichten aus der Wirtschaft hat, greife zu diesem Buch. Bruno Wagner stellt akribisch zusammen, was in den vergangenen Jahren an Berichten über gesetzeswidriges oder anrüchiges Tun von Unternehmen in den Zeitungen stand. Dazu zählt er neben Bestechung und Wirtschaftsspionage auch feindliche Übernahmen. Nicht einmal empören muss man sich selbst darüber. Das übernimmt der Autor mit Verve, um dann allerdings unbeirrt zu seiner Hauptthese zu kommen: Die deutschen Unternehmer und Politiker seien zu naiv. Sie müssten endlich sehen, wie es läuft, und im internationalen Wettbewerb selbst zu den unsauberen Methoden greifen - so wie die Franzosen oder die Amerikaner. Belege für die angesprochene Naivität und Sauberkeit der Deutschen bringt er allerdings nicht bei. Norbert Häring

Hans Zippert: So funktioniert Deutschland.Carl Hanser Verlag, München/Wien 2004, 144 Seiten, 13,90 Euro.

Hans Zippert ist ein investigativer Journalist: So hat er für sein neues Buch "So funktioniert Deutschland" unter Einsatz seines Lebens "selbst in ungepflegten, übel riechenden Ecken recherchiert". Die Mühe hat sich gelohnt: Zippert regt sich auf. Über die Bahn, den Tüv, Waldorfschulen, Trimm-dich-Pfade und Essen auf Rädern. Der Leser erfährt auch, wie Deutschland hergestellt wurde, repariert wird und statistisch aussieht: Wer hätte etwa gedacht, dass es elf deutsche Großstädte mit mehr als zwei Vokalen gibt oder dass Helmut unter den häufigsten Vornamen deutscher Kanzler auf dem ersten Platz liegt? Zipperts Handbuch macht klar, was Deutschland im Innersten zusammenhält. Josy Wübben

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