Kurz und knapp
Zum Schmunzeln und zum Nachdenken

Jede Woche finden Sie hier Rezensionen aus der Handelsblatt-Redaktion.

Torsten Schulz:Boxhagener Platz.Ullstein Verlag, Berlin 2004, 191 Seiten, 18 Euro.

Es ist der 7. Oktober 1968. Ost-Berlin feiert den Tag der Republik. Aber statt zur Ehrenparade der Nationalen Volksarmee zu gehen, besucht Oma Otti mit ihrem Enkel Holger den Friedhof. Für die Regierenden hat sie ohnehin nicht viel übrig. Walter Ulbricht ist für sie nur der "Zickenbart", die Regierungsmitglieder bezeichnet sie als "Halunken". Sechs mal war die lebenslustige Rentnerin schon verheiratet. Und trotzdem wird sie im Laufe der Erzählung noch eine weitere Liaison eingehen. Torsten Schulz hat sich eine Geschichte ausgedacht, die frei von der üblichen DDR-Nostalgie die Bewohner des Boxhagener Platzes mit Liebe und Humor karikiert. Es ist nicht möglich, dieses Buch ohne gelegentliche Lachpausen zu lesen. Ein erzählerisches Glanzstück. Christoph Moss

Ralf Spiller, Joachim Weidemann (Hrsg.): Investmentguide EU-Osterweiterung.Verlag Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2004, 374 Seiten, 79,95 Euro.

Ralf Spiller und Joachim Weidemann haben ein Buch herausgegeben, das erstmals wichtige Standortaspekte in den neuen Mitgliedsländern der EU vergleichbar macht. Entstanden ist dieser Investmentguide aus einer zehnteiligen Beilagenserie, die im Handelsblatt erschienen ist. Das Buch richtet sich an Unternehmer und Investoren, die Engagements im Osten erwägen, aber auch an Politiker und Berater, die wissen wollen, wo die Beitrittsländer bessere Chancen bieten als Deutschland. Der Investmentguide vermittelt Antworten auf Fragen zu Steuerrecht, Immobilienerwerb und Fördermitteln. Darüber hinaus wagt das Buch einen Ausblick auf die ökonomische Entwicklung der neuen EU-Länder. Günter Ringleb

Martin Nehring: Schwerer Ausnahmefehler.Carl Hanser Verlag, München 2003, 308 Seiten, 19,90 Euro.

Martin Nehring erzählt die Geschichte eines Informatikers in der Midlife-Crisis. Nebenbei erlebt der Leser den Auf- und Abstieg eines jungen Softwareunternehmens - das Buch erfüllt damit alle Kriterien für die Aufnahme ins boomende Genre "Wirtschaftsroman". Leider fühlt sich der Autor darüber hinaus vor allem dem Klischee verpflichtet: Der einsame, unsichere Informatiker züchtet nebenbei Rosen, hat Angst vor Kontrollverlust und schreibt Kontaktanzeigen. Infoboxen mit Sacherläuterungen sollen den Roman-Text um ein Lehrstück anreichern: Begrüßungsrituale sind Teil der Unternehmenskultur, Beziehungsprobleme löst man besser selbstbewusst und die richtige Rollenverteilung in der Chefetage entscheidet über den Erfolg. Ob sich mit solchen Weisheiten auch "schwere Ausnahmefehler" beheben lassen, bleibt unbeantwortet. Sarah Löhr

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