Kurz vor Handelsende notierte der Nemax-50 rund 1,8 % leichter
Wachstumswerte gleichen Verluste überwiegend aus

Der Neue Markt hat am Montag kurz vor Handelsschluss einen Großteil seiner Verluste wieder ausgeglichen.

dpa-afx FRANKFURT. Händler führten dies auf massive Investments des US-amerikanischen Investmenthauses JP Morgan in die Schwergewichte des Neuen Marktes zurück.

Noch wenige Minuten vor Handelsende notierte der Nemax-50 rund 1,8 % leichter. Dann schoss der Index bis auf 2 609,68 Punkte, ein knappes Minus von 0,14 %. Der marktbreitere Nemax-All-Share-Index gab 0,96 % auf 2 635,77 Zähler nach.

Möglicherweise um den Index nach oben zu ziehen, habe JP Morgan die größten Werte des Neuen Marktes nach oben gezogen, sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Während Intershop den ganzen Tag gegen den negativen Trend liefen, hätten T-Online , Qiagen und Broadvision erst in den letzten Minuten deutlich zugelegt. Wegen der geringen Umsätzen an der Börse sei es leichter den Index nach oben zu ziehen. Jedoch gab der Händler keine Erklärung für das Engagement des US-Hauses.

Von einem "langweiligen" Handelstag hatten zuvor andere Händler übereinstimmend berichtet. Die negativen Vorgaben aus den USA und die Sorgen um eine weltweite Abschwächung der Konjunktur trügen ihren Teil zum völlig verkorksten Start der Märkte in das neue Jahr bei, sagte ein Händler einer süddeutschen Privatbank.

In den letzten Handelsminuten entfernten sich die Aktien von EM.TV vom Vorwochenschluss und kletterten um 1,89 % auf 8,08 Euro. Im Machtkampf mit Vorstandschef Thomas Haffa erklärte Aufsichtsratschef Nickolaus Becker, er habe nicht vor, Haffa abzusetzen. Jedoch habe der Aufsichtsrat die Gewinnwarnung vom vergangenen Dezember nicht zu verantworten. Als Reaktion auf die Verluste könnten in München-Unterföhrung 150 von 170 Stellen gestrichen werden, berichtete zudem das Nachrichtenmagazin "Spiegel" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Unterdessen rückt nach Angaben von Aktionärs-Anwälten gegen EM.TV und die Haffa-Brüder eine zivilrechtliche Klagewelle näher, nachdem ein Vorschlag zur außergerichtlichen Einigung ausgeschlagen worden sei.

Gegen den negativen Trend der Wachstumswerte stemmten sich Gauss Interprise . Das Unternehmen hatte am Morgen eine Kapitalerhöhung um rund 6,5 Mill. Euro angekündigt. Die Wochenzeitung "Euro am Sonntag" hatte zuvor berichtet, dass der Softwarehersteller einen neuen Geldgeber suche. Die Aktie schloss 23,67 % fester bei 3,50 Euro.

Weiter auf der Verliererstraße bewegten sich Pixelpark , die bereits vor dem Wochenende mehr als 12 % eingebüßt hatten. Im Verlauf verbilligten sich die Aktien des Internet-Dienstleisters um weitere 10,46 % auf 25,00 Euro. Zuvor hatte das Wertpapierhandelshaus Goldman Sachs seine Umsatzerwartungen für das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr deutlich reduziert.

Mit einem Abschlag von 10,88 % auf 5,08 Euro reagierten die Aktien der United Internet AG auf die Nachricht vom Konkurs der Tochter ImmOnline AG. Investoren würden zusätzliche Belastungen durch weitere Zusammenbrüche im Umfeld des Unternehmens befürchten, sagte ein Händler.

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