Kurzarbeit und Dividendenkürzung
Thyssen-Krupp verzeichnet Gewinneinbruch

Der Essener Industriekonzern Thyssen-Krupp hat wegen der weltweiten Konjunkturflaute im vergangenen Geschäftsjahr (30.9.) einen massiven Gewinneinbruch erlitten und rechnet mit einer weiteren Verschlechterung.

dpa/rtr DÜSSELDORF. Für den Winter hat der Konzern Kurzarbeit in der Produktion von Qualitätsflachstahl angekündigt, in der mehrere tausend Beschäftigte tätig sind. Das Konzernergebnis sei von 1,1 Mrd. ? auf rund 850 Mill. ? (1,66 Mrd. DM) vor Steuern gesunken, teilte die Thyssen-Krupp AG am Freitag mit.

Bereinigt um Sondereffekte wie den Verkauf der brasilianischen Eisenerzgrube Ferteco liege das Ergebnis bei 500 Mill. ?. Dies entspräche einem Rückgang um 54 %. Der Umsatz habe mit 37,9 Mrd. ? nur leicht über dem des Vorjahres (37,2 Mrd ?) gelegen. Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat angesichts des Ergebnisrückgangs zur Stärkung der Finanzkraft des Konzerns eine Dividende in Höhe von 0,60 ? (Vorjahr 0,75 ?) je Aktie vorschlagen, hieß es weiter.

Für das erste Quartal des seit Oktober laufenden Geschäftsjahres 2001/2002 könne ein Konzernverlust nicht ausgeschlossen werden. Dabei verwies Thyssen-Krupp auf die schlechte Konjunkturentwicklung in den USA und Europa. Die Netto-Finanzschulden wurden mit 6,5 (7,7) Mrd. ? beziffert. Erst für das zweite Halbjahr hofft der Konzern auf Besserung.

Von Reuters befragte Analysten hatten für das vierte Quartal 2000/01 ein Betriebsergebnis in der Spannbreite von minus 119 Mill. ? bis plus 94 Mill. ? geschätzt. An der Börse verloren Thyssen-Krupp-Aktien nach Bekanntgabe der Zahlen weiter an Boden. Am frühen Nachmittag notierte das Papier bei 13,38 ? um 3,74 % niedriger.

Von der möglichen Kurzarbeit seien an allen sechs Standorten in Nordrhein-Westfalen insgesamt bis zu 4 000 Mitarbeiter betroffen, sagte der Vorsitzende des Thyssen-Krupp Stahl (TKS) - Gesamtbetriebsrates Wilhelm Segerath. Die Betriebsleitung habe in ihrem Antrag auf Kurzarbeit für Dezember eine Produktionsrücknahme von 30 % genannt. Endgültig werde der Betriebsrat spätestens am 20. November über den Antrag entscheiden. Insgesamt beschäftigt TKS rund 20 000 Menschen. Möglich sei, dass für die Kurzarbeit Maschinenstillstände über die Weihnachtsfeiertage genutzt würden, sagte ein Thyssen-Krupp-Sprecher. Grund für die schwierige Lage sei die konjunkturelle Schwäche.

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